Zeitung Heute : Lehre, Studium, Kunstausbildung – Wege in die IT-Branche

Wegen des Crashs am Neuen Markt gab es weniger Informatik-Studenten. Das erhöht jetzt deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt

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FACHHOCHSCHULE

Nach dem Crash der New Economy verlor Informatik an Ansehen. Weil es in den vergangenen Jahren weniger Studenten gab, befürchtet der Branchenverband Bitkom, dass es in wenigen Jahren einen Mangel an InformatikFachkräften geben könnte (siehe Grafik). Denn langfristig dürfte die IT-Branche ein Wachstumsmarkt bleiben.

Der gängigste Weg zum Informatikabschluss ist nach wie vor das Studium an einer Fachhochschule. In Deutschland bieten rund 230 private und öffentliche Schulen Informatik mit verschiedenen Schwerpunkten an: Bio- oder Wirtschaftsinformatik, Telematik, Microelektronik, Gamedesign, Hochfrequenztechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik oder technische Informatik. Das Studium dauert acht Semester einschließlich ein bis zwei Praxissemestern und schließt mit dem Diplom ab. Bachelor und Master-Abschlüsse werden ebenfalls für immer mehr Fächer angeboten. Je nach schulischer oder beruflicher Vorbildung fordern die meisten FHs ein mehrwöchiges Vorpraktikum in einem Elektrobetrieb. Auch in Berlin gibt es Studiengänge für Informatik, zum Beispiel an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (www.fhtw-berlin.de). Das Diplom kann dort in Mikrosystem-, Elektro- oder Kommunikationstechnik sowie Technische Informatik gemacht werden. Daneben gibt es den Bachelor und Master der Informationstechnik und Vernetzten Systeme.

UNIVERSITÄT

Auch die Berliner Unis bieten Informatik, die Freie Universität etwa als Diplom-Studiengang oder als Bachelor/Master of Science. Stärker naturwissenschaftlich ausgerichtet ist der Studiengang Bioinformatik mit den Schwerpunkten Biologie und Chemie. Für das Diplom werden in der Regel neun Semester angesetzt, für den Bachelor sechs bis sieben. Ein Master von drei Semestern kann nach einem Bachelor of Science absolviert werden (www.inf.fu-berlin.de).

Die Technische Universität Berlin bietet neben Informatik auch Technische Informatik an (www.tu-berlin.de). An der Humboldt-Universität hingegen findet sich Informatik nur als Zweitfach in einem so genannten Kombinations-Bachelor-Studiengang (www.hu-berlin.de).

KUNSTHOCHSCHULE

Wer einen künstlerischen Zugang zum Computer sucht, kann sich an einer Kunsthochschule bewerben. Die UdK Berlin hält mit den Studiengängen Experimentelle Mediengestaltung und Visuelle Kommunikation zwei Wege bereit, um als Design-Spezialist Fuß zu fassen. Einzigartig in Deutschland ist auch das Studienangebot zum Diplom-Designer Electronic Business. Der Unterricht erfolgt am IEB-Institut (www.ieb.net), das der UdK angeschlossen ist und unter anderem auch mit dem Massachussetts Institut of Technology in Boston kooperiert.

Eine weitere Möglichkeit ist das Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Weißensee. Hier lernen die Studenten neben den klassischen Graphik- und Designfächern vor allem praktische Grundlagen der neuen Medien (www.kh-berlin.de). Der Studiengang Interfachedesign an der Fachhochschule Potsdam (www.fh-potsdam.de), spezialisiert sich auf die Gestaltung und technische Umsetzung von Benutzeroberflächen. Zugangsvoraussetzung für alle künstlerischen Bildungswege: Abitur und das Bestehen eines künstlerischen Eignungstest.

LEHRE & BERUFSAKADEMIE

Schulabgänger mit Real- oder Hauptschulabschluss können eine Lehre zum System-, Fachinformatiker oder zum Informatikassistenten machen. Weitere Auskünfte gibt es bei der Agentur für Arbeit (http://berufenet.arbeitsamt.de).

Für Auszubildende und Berufstätige interessant ist der so genannte duale Ausbildungsweg. Die Berufsakademie in Berlin bietet ein duales Studium in Zusammenarbeit mit Ausbildungspartnern aus Wirtschaft und Forschung, zu denen auch das Hahn-Meitner-Institut, Alcatel und Schering zählen. Die angehenden Bachelor müssen sich bei einem der Unternehmen um einen Ausbildungsplatz bewerben. Während des sechs-semestrigen Studiums wechseln sich Theorie und Praxis ab (www.ba-berlin.de/studieren/firmen/technik.htm#inf). kat

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