Zeitung Heute : Lehrer dürfen Schüler nicht auslachen

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Betrifft: „Wer war Robert Steinhäuser?“ vom 28. April 2002

Lehrer Heise gibt an, alle hätten flach gelegen vor Lachen, als Robert Steinhäuser einmal ein schlechtes Referat vortrug. Für jeden Schüler ist es mehr oder weniger schlimm, von Mitschülern ausgelacht zu werden. Wenn jedoch Lehrer gemeinsam mit den anderen Schülern einen Mitschüler auslachen, zieht der Lehrer Wut und schlimmstenfalls den Hass des Verlachten auf sich.

Lehrer dürfen keine Koalition mit Schülern eingehen, wenn dieses auch nur einem einzigen Klassenmitglied schadet, es auf Kosten einer Person geht. Sich wie die Mehrheit der Schüler zu verhalten und sich damit bei jenen „beliebt“ zu machen, ist für manchen Lehrer vielleicht einfacher als sich schützend vor einen eventuell unbeliebten Schüler zu stellen. Gerade schwache und schwierige Schüler müssen vom Lehrpersonal Schutz erwarten können. Damit erwirbt sich der/die Lehrerin auf Dauer Achtung, Respekt und Vertrauen aller Schüler/innen.

Der Schulverweis am Schwarzen Brett wirkt wie ein „An den Pranger stellen“ des jetzt endlich Ausgegrenzten. Warum muss ein Schulverweis in der Schule so öffentlich gemacht werden? Es bedeutet für den Verwiesenen zusätzliche Demütigung und Erniedrigung, kann aber auch wie eine letzte Rache des (offensichtlich hilflosen) Schulpersonals an einem ungewollten Schüler verstanden werden.

Cornelia Blum, Berlin-Lichterfelde

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