Zeitung Heute : Leser fragen – Experten antworten

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Viele staunen über den Tausendsassa Fernsehkabel – denn der Kabelanschluss ermöglicht weit mehr als nur Fernsehvergnügen: Internet und Telefongespräche über das Fernsehkabel finden immer größeren Anklang. Doch noch wirft diese neue Technik viele Fragen auf. Unsere Experten geben Antwort auf häufige Leserfragen.

Internet und Telefonieren über das Fernsehkabel - geht das überhaupt?

Ja, und zwar ziemlich gut. Für die Übertragung eines Fernsehsignals braucht man nämlich extrem leistungsfähige Kabel, über die man genauso gut auch E-Mails oder Internet-Inhalte senden und empfangen kann. Das wurde bisher in Deutschland nur wenig genutzt, denn zunächst müssen die Netzbetreiber ihre Kabelnetze internetfähig machen. Da das Kabel vorerst nur zum Fernsehen gedacht war, überträgt es die Daten nur vom Sender zum Empfänger. Für Internet und Telefongespräche über das Fernsehkabel müssen die Daten aber in beide Richtungen fließen. Rückkanalfähigkeit nennt das der Fachmann. Dazu rüsten Betreiber wie Kabel Deutschland ihre Netze auf. Das ist zwar aufwändig, aber eine Investition in eine zukunftssichere Technik.

Was braucht man zum Surfen im Internet über das Fernsehkabel?

Voraussetzung ist ein Kabelanschluss mit Multimediadose - das ist eine spezielle TVBuchse mit drei Anschlüssen. Doch keine Sorge: Wer sich für das Internet via Kabelanschluss entscheidet, muss die Installation nicht selbst übernehmen. Darum kümmern sich die Techniker der Anbieter. Darüber hinaus benötigt man einen Computer mit entsprechenden Anschlüssen. Aktuelle Geräte sind in der Regel bereits entsprechend ausgerüstet. Beim Kauf eines neuen Computers fragen Sie um sicher zu gehen einfach den Händler danach. Erforderlich ist zudem ein spezielles Modem, das den Computer mit dem Kabelanschluss verbindet. Anbieter wie Kabel Deutschland stellen ihren Kunden auch diese Geräte sofort einsatzbereit zur Verfügung.

Alle Welt spricht von DSL.

Was spricht denn für Internet über das Fernsehkabel?

Zunächst einmal die Leistung. Moderne Kabelnetze verfügen über ganz enorme Übertragungskapazitäten und ermöglichen so einen echten Hochgeschwindigkeitszugang ins Internet. Allein die Zahlen sprechen Bände: Der Transport von Daten in und aus dem World Wide Web ist um ein Vielfaches schneller als mit einem ISDN-Kanal. Derzeit rast man mit bis zu 8,2 Mbit/Sekunde über das Fernsehkabel durch das Internet. Und das ist lange noch nicht das Ende der Fahnenstange. So gehören nervtötende Wartezeiten beim Surfen im Internet endgültig der Vergangenheit an. Alle Webseiten bauen sich rasch auf, und selbst riesige Dateien wie etwa Filme oder Musikstücke lassen sich in relativ kurzer Zeit versenden und empfangen. Hinzu kommt, dass der Kabelanschluss permanent mit dem Netz dahinter verbunden ist. Deshalb müssen sich Kunden nicht jedes Mal neu ins Internet einwählen.

Ist das Surfen im Internet über das Fernsehkabel denn auch sicher?

Absolut. Auch in Fragen der Sicherheit setzt der Kabelanschluss Maßstäbe. Da der Zugang ins Netz über das Fernsehkabel und nicht über die Telefonleitung erfolgt, wie das etwa beim analogen oder ISDN-Zugang der Fall ist, bleiben beispielsweise Gefahren aus dem Internet chancenlos: So genannte Dialer, die sich auf den PC schleichen und unbemerkt gebührenpflichtige 0900er-Nummern anrufen möchten, beißen sich die Zähne aus. Außerdem stehen Internetkabel-Kunden maßgeschneiderte Sicherheitspakete zur Verfügung, die sie zuverlässig vor Viren und unerwünschten Werbe-E-Mails schützen.

Merke ich einen Unterschied,

wenn ich über das Fernsehkabel telefoniere?

Keineswegs. Die Übertragung der Sprache über Kabelnetze ist genauso hochwertig wie beim bekannten Telefonanschluss - kein Knarzen, kein Rauschen, keine Aussetzer. Das garantieren die Kabelanbieter, indem sie einen Teil der Leistungsfähigkeit des Fernsehkabels extra für die Übertragung von Telefonaten reservieren. Selbstverständlich sind Sie für jeden anderen Teilnehmer erreichbar und können in alle Mobilfunk- und Festnetze anrufen - auch hier kein Unterschied zum Festnetztelefon. Die Kapazität des Kabelanschlusses reicht locker aus, um die ganze Familie zu beschäftigen: Über eine Multimediadose im Haushalt lässt sich gleichzeitig fernsehen, im Internet surfen und über zwei Rufnummern gleichzeitig telefonieren. Ohne dass sich die unterschiedlichen Kommunikationskanäle stören.

Muss man sich für das Telefonieren über das Kabelnetz neue Geräte zulegen?

Nein. Wer sich für das Telefonieren über das Fernsehkabel entscheidet, kann seine Freunde und Verwandten weiterhin über den analogen Apparat anrufen - und profitiert zudem vom schönen Nebeneffekt, seine Rufnummer mitnehmen zu können und eine zweite zusätzlich zu erhalten. Auch alle vorhandenen Faxgeräte lassen sich problemlos weiter nutzen. Kunden benötigen lediglich einen Telefonadapter, der an den Kabelanschluss angeschlossen wird. Dieses Gerät stellen Anbieter wie Kabel Deutschland ihren Kunden gratis zur Verfügung. Und auch die Installation des Modems übernehmen die Techniker kostenlos.

Solche Dienste kosten doch sicherlich mehr?

Nein, im Gegenteil. Die Kabelnetzbetreiber machen sich zu Nutze, dass sie mehrere Kommunikationsarten bündeln können: analoges und digitales Fernsehen und Radio, Telefon und Internet. Das senkt die laufenden Kosten, und die Anbieter geben diese Einspareffekte über günstige Preise an ihre Kunden weiter. Generell genießt die Kostenkontrolle bei Kabel Deutschland einen hohen Stellenwert. So haben Verbraucher die Möglichkeit, sämtliche teuren 0900-Rufnummern zu sperren.

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