LESUNGDas Ex’n’Pop erinnert an Jörg Fauser : Unter dem Pflaster der Suff

Geboren wurde er an einem 16. Juli, vor 66 Jahren, gestorben ist er im Morgengrauen eines 17. Juli, vor 23 Jahren, nachdem er nach seiner Geburtstagsfeier im Münchner Schumanns auf einer Autobahn herumgewandert und von einem Lastwagen erfasst worden war: Jörg Fauser. So ein Tod sorgt für die Bildung von Legenden, obwohl Fauser das gar nicht nötig hat. Seine zahlreichen Romane, Erzählungen, Essays und Reportagen sind legendär, vor allem aber herausragend genug, als dass sie durch seinen viel zu frühen Tod zusätzlichen Anschub bräuchten.

Trotzdem sollte an Jörg Fauser selbst dann immer wieder erinnert werden, wenn sein Geburtstag- und sein Todestag sich gerade mal nicht runden. Leser kann dieser Mann gerade auch nach der vorbildlichen Edition seiner Werke im Alexander Verlag nicht genug haben, und es sollten ruhig noch viele neue dazukommen. Der Ort für den Jörg- Fauser-Abend diese Woche könnte nicht besser gewählt sein: Das Ex’n’Pop in der Potsdamer Straße, früher Stammbar von Szenegrößen wie Harry Hass, Nikki Sudden (Gott hab’ ihn selig), Rowland S. Howard (Gott hab’ ihn auch selig) oder Nick Cave, zeitweise auch in der nahen Mansteinstraße gelegen, heute mit einem Literatursalon ausgestattet und in eben der Straße gelegen, die Fauser in vielen Büchern rauf und runter betextet und somit ein Denkmal gesetzt hat. Mit dabei auch die üblichen Fauser-Verdächtigen, wie der Verleger der Fauser-Gesamtsausgabe, Alexander Wewerka, und Christoph Rüter, der vor vier Jahren einen schönen Dokumentarfilm über Fausers Leben gedreht hat: „Rohstoff“. Gerrit Bartels

Ex’n’Pop, Do 1.7., 21 Uhr,

Eintritt frei

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