LESUNGENWelttag der Poesie : Konzert aus Versen

Gafk, gfc, b4n. Dieser Buchstabenbrei klingt sperrig, im „Cyberslang“ bedeutet er aber tatsächlich etwas: „Bin von der Tastatur weg, gehe zum Kaffeetrinken, tschüss erstmal“, oder wortwörtlich „gone away from keyboard, going for coffee, bye for now“. Eine Folge der beschleunigten Kommunikation im Internet, diese Sprache – laut vorgelesen ein einziges Gezische, aber im Netz effektiv. Poesie? Die bleibt im Zeitalter der neuen Informationstechnologien auf der Strecke. Am 15. März trommelt die UNESCO aus diesem Grund für die Schönheit der Sprache. Am „Tag der Poesie“ treten weltweit Dichter auf, um zu zeigen, wie anrührend Wörter klingen können, wenn sie nicht nur aus Abkürzungen bestehen. In Deutschland organisiert die Literaturwerkstatt Berlin die zentrale Veranstaltung. Zu einem „Konzert aus Versen, Sprachen und Stimmen“ lädt sie ins Max-Liebermann-Haus.

Die Literaturwerkstatt bietet Dichtern immer wieder eine Bühne, um auf die Vielfalt der Sprache aufmerksam zu machen. Verlage sollen ermutigt werden, poetische Werke zu unterstützen, besonders die von jungen Lyrikern – die sich gelegentlich auch „Slammer“ nennen. Wie etwa die 31-jährige Nora Gomringer (Foto), die am Weltpoesietag ins Max-Liebermann-Haus kommt. Neben der fränkischen Lyrikerin treten Dmitri Golynko aus Russland, Sjón aus Island, Mariko Nagai aus Japan und István Kemény aus Ungarn auf. Der Weltpoesietag wird in Berlin so zu einem kulturübergreifenden Austausch. Die Lyriker lesen in ihren Originalsprachen, werden aber auch übersetzt. Na, dann: cu, cul8er! See you, see you later – man sieht sich, bis später. Johan Dehoust

Max-Liebermann-Haus, Di 15.3., 20 Uhr,

Eintritt frei, Anmeldung unter 22 63 30 30

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