LESUNGFelicitas Hoppe „Hoppe“ : Alles Erfindung

Alexander Leopold
Foto: Juergen Bauer

Interessieren Sie sich für Felicitas Hoppe? Ja? Dann lesen Sie ihren neuen Roman „Hoppe“, und sie erfahren das eine oder andere aus Hoppes Leben. Das mag stimmen, vielleicht aber auch gar nicht, da bedarf es der Hinzunahme anderer Quellen. Sie interessieren sich so gar nicht für das Leben von Felicitas Hoppe, die laut Wikipedia am 22.12.1960 in Hameln geboren wurde? Dann könnten Sie trotzdem Spaß haben an „Hoppe“, vor allem, wenn Ihnen eine gehörige Portion Selbstreferenzialität, Eitelkeit und Chuzpe nichts ausmacht.

Also, liebe Leserinnen und Leser, die Sie sich für Hoppe interessieren oder auch so gar nicht interessieren, vergessen Sie Hameln, vergessen Sie die vier Geschwister, überhaupt die Hamelner Kindheit von Hoppe, deren Schriftstellerinnenvita, alles „reine Erfindung“, nein: Die Hoppe, von der hier die Rede ist, hat einen „Erfindervater“, von Beruf Patentagent, der mit ihr, dem einzigen Kind, 20 Jahre „auf höchst unterschiedlichen Kontinenten“ unterwegs ist, Kanada, Australien etc. Und so viel Spaß, wie diese Hoppe am Rattenfänger von Hameln hat, an Pinocchio, Don Quichote, Pippi Langstrumpf und vielen mehr, so sehr ist sie als früh Schreibende interessiert an einer anderen Hoppe, deren Künstlerinnenbiografie möglicherweise reine Erfindung ist. Hoppe und Hoppe eben. „Hoppe“ ist ein fantasievoller Beweis dafür, dass Felicitas Hoppe, wie es einmal hieß, noch nie daran interessiert war, „Schnittmengen mit der Wirklichkeit zu bilden“. Was natürlich nur ein Teil der Wahrheit ist. Capisce! Hoppe, Hoppe, Reiterin, wenn sie fällt, dann schreit sie. Nur: Das Schöne ist, dass Hoppe bis zum Ende nicht fällt. Alexander Leopold

Literarisches Colloquium Berlin, Di 20.3.,

20 Uhr, 6 €, erm. 4 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben