• LESUNGGünter Grass stellt sein womöglich letztes Buch vor, „Grimms Wörter“Von A bis Grass: LESUNGGünter Grass stellt sein womöglich letztes Buch vor, „Grimms Wörter“Von A bis Grass

LESUNGGünter Grass stellt sein womöglich letztes Buch vor, „Grimms Wörter“Von A bis Grass : LESUNGGünter Grass stellt sein womöglich letztes Buch vor, „Grimms Wörter“Von A bis Grass

Foto: ddp

Ob dieses wirklich sein „wahrscheinlich letztes Buch“ ist, wie Günter Grass in „Grimms Wörter“ orakelt? Bei dem Schreib-Elan, den Grass auch mit 83 Jahren an den Tag legt, bei seiner Rüstigkeit – und bei seiner nicht nachlassenden Streitlust? Man mag es kaum glauben. Auch wenn „eine Liebeserklärung“, wie das Buch im Untertitel heißt, nämlich an die deutsche Sprache, die gleichermaßen ein Porträt der Gebrüder Grimm ist, nicht das schlechteste Abschiedsbuch wäre.

Zumal Grass nicht nur aus dem Leben der Grimms erzählt, von ihrer Herkunft, ihrem Werdegang als Märchensammler und Philologen in Göttingen und Berlin, ihrem Schreiben des Grimmschen Wörterbuchs: von A bis F, und dann noch einmal von den Buchstaben K, U und Z.

Nein, Grass erzählt nicht gerade wenig auch aus seinem eigenen, politisch engagierten Leben. Er schlägt immer wieder die Brücke von sich zu den Grimms, vom 19. ins 20. Jahrhundert, von Jacob Grimms Rede 1837 in der Paulskirche zu seiner eigenen Rede in der Paulskirche 150 Jahre später, von „Flechtmoos“ zu „Fernsehphilosoph“, „dem die Seifenblasen bonbonfarben vom Munde fliegen und schillern, bis sie platzen: wohlfeiles Gefasel, das bis ins Feuilleton Widerhall findet“. Ja, doch, man könnte dieses vermeintlich letzte GrassBuch als Selbstauskunft verstehen, als Nachfolger seiner autobiografischen Bücher „Beim Häuten der Zwiebel“ und „Die Box“. Das mag „eitel“ nennen, wer mehr über die Grimms oder die deutsche Sprache lesen will; diese Eitelkeit ist aber nur konsequent. Welche Autobiografie ist schon uneitel? Gerrit Bartels

Berliner Ensemble, Di, 21.9.,

20 Uhr, 17,50 €

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