LESUNGMichael Stavaric : Vater, was ist der Tod?

Noemi HahnemannD

Das Motto von Prior & Mumpitz, einer so buchaffinen wie modebewussten Gemischtwarenhandlung mitten im Helmholtzkiez an der Ecke von Dunckerstraße und Stargarder Straße, ist einfach: „Bücher für alle und Kleider für Kleine“. Das bezieht sich eigentlich auf die literarische Breite des Angebots. Im Fall des im tschechischen Brünn geborenen, aber seit langem in Wien lebenden Schriftstellers Michael Stavaric trifft das „für alle“ indes auf ein einzelnes Buch zu: das zusammen mit Bildern von Dorothee Schwab versehene Buch „Die kleine Sensenfrau“. Erschienen ist es im Wiener Luftschacht Verlag, der seit 2003 ein anregendes literarisches Programm bietet. „Vater, was genau ist der Tod? Ist er deine Sense“, fragt darin ein kleines Mädchen. Und so beschließt Vater Tod, seine Tochter in die Welt zu entlassen, damit sie etwas über das Leben und Sterben lernt.

Geeignet ist das für Kinder ab vier Jahre – im gesamten Angebot der Boutique, in der regelmäßig Lesungen für Kinder stattfinden, findet sich auch etwas für noch Kleinere – und ein monatlicher Leseclub, bei dem Jugendliche von ihren Lieblingsbüchern schwärmen können.

Stavaric liest nachmittags zu familienfreundlicher Zeit, und er tut gut daran. Denn abends, zum Welttag der Poesie, liest in der Stiftung Brandenburger Tor einer lyrische Internationale, bestehend aus der dänischen Dichterin Ulrikka S. Gernes, der Rumänin Nora Iuga, dem Chinesen Bei Ling, dem Bayern Albert Ostermaier und dem Ukrainer Serhij Zhadan. Noemi Hahnemann

Prior & Mumpitz, Mi 23.3., 15 Uhr, Eintritt frei; Max-Liebermann-Haus, Pariser Platz 7,

20 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung erbeten

bis Mo 22.3. unter Tel.: 22 63 30 30

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