Zeitung Heute : Let`s go neue Bundesländer

First Solar investiert in Frankfurt/Oder

Hans-Christoph Neidlein

Nicht nur die deutsche Solarwirtschaft baut ihre Position aus. Darüber hinaus gewinnt Deutschland für ausländische Investoren an Bedeutung, die mit eigenen Fertigungsstätten in Europa Fuß fassen wollen. Eine wichtige Rolle bei ihrer Ansiedlung spielt „Invest in Germany“. Diese Organisation wirbt im Auftrag der Bundesregierung für Investitionen in Deutschland und bietet kostenfreie Beratung, beispielsweise über Fördermöglichkeiten und steuerliche Regelungen. „Die Solarbranche wird zunehmend interessant“, meint Ralf Segeth, Senior Manager für Photovoltaik in der Berliner Zentrale.

So sei man bei einer Reihe von Ansiedlungen, beispielsweise von First Solar oder Signet Solar, unterstützend tätig gewesen. „Wir konnten in den vergangenen zwei Jahren Investitionen nordamerikanischer Solarfirmen in Höhe von weit über 300 Millionen Euro in Deutschland vermitteln“, berichtet Philipp Kunze, Leiter des Büros im kalifornischen Palo Alto. „Dadurch werden insgesamt 3500 neue Arbeitsplätze geschaffen.“

In de neuen Bundesländern betreten die amerikanischen Solarmanager sprichwörtlich Neuland: „Unser neues Werk in Frankfurt/Oder markiert einen entscheidenden Schritt in unserer Firmengeschichte und ein wichtiger Schritt, um das Kostenniveau für Solarstrom massiv zu senken“, sagt Bruce Sohn, Präsident von First Solar, das sein Stammwerk in Perrysburg im US-Bundesstaat Ohio hat. 115 Millionen Euro investierte das börsennotierte US-Unternehmen in eine der modernsten Fabrik zur Herstellung von Dünnschichtmodulen aus Cadmiumtellurid. Solche Solargeneratoren kommen mit Halbleiterschichten aus, die nur wenige Tausendstel Millimeter dick sind. Dadurch eröffnen sich der Photovoltaik ganz neue Anwendungsfelder. Für das Werk in Frankfurt/Oder gewährten die Europäische Kommission und die Bundesregierung rund 45,5 Millionen Euro Beihilfen.

Einen Abnehmer hat First Solar direkt vor der Haustür: „Wir liefern insgesamt 550 000 Module zum weltgrößten Solarpark in Brandis bei Leipzig“, berichtet Geschäftsführer Heiner Eichermüller. Daneben werden die expandierenden Märkte in anderen europäischen Ländern bedient. 200 Firmen, davon die Hälfte aus der Region, und 2000 Arbeiter waren am 15 Monate dauernden Bau der Modulfabrik beteiligt. 400 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Von den neu eingestellten Mitarbeitern war zuvor fast ein Drittel arbeitslos.

Als wichtigsten Grund für die Ansiedlung nennt Firmenchef Bruce Sohn das „günstige Investitionsklima, das durch die konsequente Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz erreicht wurde.“ Hinzu komme die Verfügbarkeit von qualifizierten und engagierten Mitarbeitern, die ausgezeichnete Infrastruktur sowie „die Unterstützung durch die Behörden“. Hans-Christoph Neidlein

Weiteres im Internet:

www.invest-in-germany.com

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