Zeitung Heute : Letzte Frist

Microsoft lässt Unterstützung für Windows 98 auslaufen

Kurt Sagatz

Microsoft wird die Unterstützung für die Betriebssystem-Version Windows 98 einstellen. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte einen Bericht der Zeitschrift „Computerbild“. Allerdings sei bereits seit längerem bekannt gewesen, dass die fünfjährige Unterstützungszeit für dieses Produkt ausläuft, sagte Irene Nadler dem Tagesspiegel. Falsch sei an dem Magazinbericht zudem, dass auch die Unterstützung für Windows ME (Millennium Edition) bereits jetzt ausläuft. Richtig sei, dass die Kunden für dieses Betriebssystem noch bis Ende nächsten Jahres die volle Unterstützung erhalten. Genauso richtig ist aber, dass Windows 98 vor der Fertigstellung von Windows XP das am stärksten verbreitete Betriebssystem für private Nutzer aus Redmond war.

Die Einstellung des Windows-98-Supports bedeutet für die Nutzer in erster Linie, dass keine neuen Patches zur Fehlerbehebung mehr hinzukommen. Mit diesen Dateien werden beispielsweise Sicherheitslücken geschlossen oder neue Funktionen hinzugefügt. Zudem werden keine telefonischen Anfragen zu Problemen mit diesem Betriebssystem mehr beantwortet. Dies betreffe allerdings nicht die Anfragen per E-Mail, so Irene Nadler.

Der Wechsel kann warten

Die Support-Einstellung ist allerdings kein Grund zur Panik, meint die Stiftung Warentest. Peter Knaak, bei der Stiftung für die Bereiche Computer-Hardware und -Software zuständig, empfindet das Ende des Supports für Windows 98 zwar als ärgerlich. Der Vorteil dieser Varianten habe gerade darin bestanden, dass damit auch ältere Rechner anstandslos funktioniert hätten. Durch die Microsoft-Ankündigung würden die Nutzer nun dazu angehalten, zu aktuelleren Versionen wie Windows XP zu wechseln. Doch mit dem Wechsel kann man sich nach Knaaks Einschätzung Zeit lassen, denn auch ohne neue Patches funktioniere der PC weiterhin.

Den Besitzern von Rechnern mit Windows 98 empfiehlt der Warentester, nochmals alle verfügbaren Patch-Dateien von der Microsoft-Supportseite zu laden und auch alle Treiber-Udpates für Grafik- oder Soundkarten zu installieren. Wer sein System danach nicht mehr verändert und keine neue Hardware einbaut, könne so den Rechner ohne Probleme weiterbetreiben. Und in punkto Sicherheit komme ohnehin kein Internet-Nutzer daran vorbei, seinen Virenschutz regelmäßig zu aktualisieren und den Rechner zusätzlich durch eine persönliche Firewall vor Angriffen aus dem Netz zu schützen.

Mehr zum Thema:

www.microsoft.com /support

Stichwort: Microsoft Support Lifecycle

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