Zeitung Heute : Leuchtende Blütenteppiche

Dekorative Bodendecker lassen schnell kahle Flächen im Gartenbereich verschwinden

Tassilo Wengel

Ein harmonisch gestalteter Garten ist nicht nur eine Augenweide für jeden Betrachter, sondern auch das erstrebenswerte Ziel seines Besitzers. So werden kahle Flächen als hässlich empfunden, zumal sie meist das Gesamtbild der Anlage stören; vor allem aber sind sie ideale Plätze für die Ansiedlung von Unkraut. Wirkungsvoll und dekorativ lassen sich solch triste Flecken mit blühenden Bodendeckern gestalten. Wer eine geschickte Auswahl trifft, kann sich so ein abwechslungsreiches buntes Blumenmosaik zusammenstellen, das vom Frühjahr bis zum Herbst blüht. Die meisten geeigneten Arten und Sorten gehören zum Standardangebot von Gartencentern. Sie gedeihen gut an einem sonnigen Standort, einige auch im lichten Schatten.

Bereits im April entfalten sich die leuchtenden Blüten des Blaukissens (Aubrieta-Hybriden), eine etwa zehn Zentimeter hohe Pflanze, die sich schnell zu großen Polstern entwickelt. Die Farbauswahl der Sorten reicht von hellblau bis violett, von karminrosa bis rubinrot. Gut dazu passen Schleifenblumen (Iberis sempervirens), die sich im Laufe der Jahre ausbreiten. Im Mai erscheint auf den 20 bis 30 Zentimeter hohen Stängeln eine Fülle strahlend weißer Blüten, die in flachen Dolden vereint sind. In diese Gesellschaft fügt sich der Feldthymian oder Quendel (Thymus serpyllum) vorzüglich ein, von dem mehrere Sorten zu empfehlen sind. Er bildet sehr schöne, flache Teppiche, die von Mai bis Oktober blühen. Mit der lila blühenden Art und den Sorten ,Coccineus‘ (karminrot), ,Coccineus Major‘ (tiefrot), ,Carneus‘ (rosa) oder ,Albus‘ (weiß) lässt sich eine interessante Farbenvielfalt schaffen.

Dichte Matten von etwa 20 Zentimetern Höhe mit lilafarbenen Traubenblüten bildet im Wonnemonat Mai der Niederliegende Ehrenpreis (Veronica prostrata). Zur gleichen Zeit blüht auch das Hornkraut (Cerastium biebersteinii). Diese Pflanze war früher sehr beliebt. Man sieht sie häufig noch in vielen alten Gärten. Da sie sehr rasch wächst, ist es ratsam, ihren Ausbreitungsdrang zu kontrollieren. Hübscher, niedriger und langsamer im Wuchs ist Cerastium tomentosum. Diese Hornkrautart mit ihren strahlend weißen Blüten über den filzig behaarten Blättern eignet sich gut für kleinere Flächen. Etwa einen Monat später, im Juni, zeigen sich die duftenden rosafarbenen Köpfchen des Rosenwaldmeister (Phuopsis stylosa), die sich bis August am Ende der etwa 20 Zentimeter hohen Triebe bilden. Dieser stark wachsende Bodendecker benötigt viel Platz, ist aber ein Schmuckstück auf sonnigen, trockenen Standorten.

Zur gleichen Zeit beginnt die Blüte des Rosa Storchenschnabels (Geranium endressi). Er wird 30 bis 40 Zentimeter hoch und bildet bis zu einen Meter lange, auf dem Boden aufliegende Triebe. Auf diese Weise bedeckt die Pflanze schnell große Flächen. Den gesamten Sommer über erscheinen die zahlreichen trichterförmigen, hell- bis kräftig rosafarbenen Blüten. Sie haben einen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern. Eine sehr schöne Sorte ist ,Wargrave Pink‘ mit tief lachsrosafarbenen Blüten. Schneidet man die Pflanze im August bis zum Boden ab, entwickeln sich bald neue Blätter und ein bescheidener Flor im September.

Ebenfalls im Sommer blüht der Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum). Diese Pflanze entwickelt sich zu breiten kleinen halbrunden Hügeln, die reichlich mit großen Schalenblüten bedeckt sind. Von dieser Art entstanden zahlreiche Sorten, von denen nur einige genannt werden sollen. ,Album‘ (lockerer Wuchs, Blüten kreideweiß); ,Elsbeth‘ (Blätter behaart mit sehr schöner Herbstfärbung, Blüten groß und rotviolett); ,Max Frei‘ (kompakter Wuchs, Laub kugelig mit schöner Herbstfärbung, Blüten violettrot). Als beliebteste Form mit zartrosa Blüten, die tiefrosa geadert sind, gilt Geranium sanguineum var. striatum. Die Pflanze blüht von Juni bis in den Herbst.

Vor allem wegen seiner attraktiven Blüten ist der Großblütige Ziest (Stachys macrantha) empfehlenswert. Die bis zu 60 Zentimeter hohen quirligen Scheinähren entfalten sich von Juli bis August. Die Art selbst blüht kräftig rosa, die Sorte ,Alba‘ weiß. Besonders großblütig ist die rosafarbene Züchtung ,Superba‘. Auch ohne seine rosafarbenen Blüten recht attraktiv ist der Ziest (Stachys byzantina) mit seinen weißwollig behaarten Blättern. Dieser sehr schnell wachsende Bodendecker, der aber nicht unangenehm wuchert, braucht einen sonnigen Standort.

Ein wichtiger Dauerblüher bis zum Herbst ist die Missouri-Nachtkerze (Oenothera macrocarpa, syn. O. missouriensis). Sie gehört zu den interessantesten Stauden unter den niedrig bleibenden Nachtkerzen, denn sie breitet sich flach über dem Boden aus und wird nur 20 Zentimeter hoch. Von Mai bis September bilden sich in den Blattachseln am Ende der langen niederliegenden Triebe große gelbe Blüten, die sich in den Abendstunden öffnen.

Geringer ist die Auswahl an blühenden Bodendeckern für halbschattige oder schattige Plätze. Sie benötigen in der Regel auch eine höhere Bodenfeuchtigkeit und humushaltigeren Boden.

Eine ideale Pflanze für solche Standorte ist die Golderdbeere (Waldsteinia ternata). Sie wird etwa 20 Zentimeter hoch und schmückt sich mit dreilappigen, dicht behaarten Blättern, die auch im Winter grün sind. Von April bis Mai entfalten sich die leuchtend gelben Blüten von eineinhalb Zentimetern Durchmesser. Ihre kriechenden Ausläufer bilden schnell eine dichte Matte. Als einer der besten immergrünen Bodendecker gilt der Ysander (Pachysandra terminalis), auch als „Dickmännchen“ bezeichnet. Er breitet sich durch kriechende Rhizome aus und gedeiht sowohl an sonnigen als auch an schattigen Plätzen. An den Enden der Triebe stehen die Blätter gebündelt. Sie werden im April von kleinen weißen Blütenähren überragt. Schließlich soll noch das Porzellanblümchen (Saxifraga x urbium) erwähnt werden, das lichten Schatten bis Schatten bevorzugt. Es bildet lockere dunkelgrüne Blattrosetten. Neben dieser Form gibt es die gelb panaschierte Sorte Aureopunctata, die besonders an schattigen Standorten sehr wirkungsvoll ist. Von Mai bis Juni bilden sich 30 Zentimeter hohe Blütenstände mit zahlreichen kleinen rosafarbenen Blüten.

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