Zeitung Heute : Lexika gegen Computerchinesisch: Mit ISDN und DFÜ ins WWW - alles klar?

Klaus Angermann

DDR-RAM meint nicht die Rückkehr eines 40-jährigen Schreckgespenstes deutscher Geschichte, Rambus ist weder ein Name für Action-Schauspieler noch Bluetooth eine Zahnpasta, und USB-Schnittstellen müssen nicht mit Pflastern verarztet werden. Computer-Fachbegriffe durchziehen zunehmend die moderne Gesellschaft. Aber was machen die Computer-Unkundigen, die nicht wie selbstverständlich mit der PC-Entwicklung groß geworden sind und denen es irgendwann peinlich wird, ständig die eigenen Kids um Begriffübersetzung zu bitten?

Abhilfe verspricht der reichhaltig sortierte Buchmarkt. Für völlig unbedarfte Einsteiger gerade älteren Semesters eignet sich beispielsweise das Werk "Computer und Internet - sehen und verstehen" vom Verlag Das Beste (rund 70 Mark). Um Neulingen Fachausdrücke nicht mit anderen Fachausdrücken zu erklären und dadurch noch mehr zu verwirren, verdeutlichen rund 1000 Bebilderungen die relevantesten Sachverhalte. Auf 300 Seiten sind die Schlagworte rund um Computersysteme und Internet enthalten, wenngleich Neuentwicklungen wie etwa Windows 2000 fehlen. Wenn es tiefer in die Materie gehen sollte, ist das detaillierte, aber dafür spärlicher bebilderte "Lexikon Computerwissen. Fachbegriffe schlüssig erklärt" aus dem Rowohlt Taschenbuch Verlag (knapp 30 Mark) eine bessere Wahl. Auf gut 900 Seiten sind 10 000 Einträge versammelt, die in allgemein verständlicher Sprache verfasst und für jedermann verständlich sind.

Mit 7000 Begriffen nicht ganz so detailliert, dafür mit über 970 Seiten ziemlich dick geraten ist das "M&T-Computer-Lexikon" vom Markt&Technik Verlag (rund 20 Mark). Das Lexikon ist einen Tick knapper und technischer in den Erklärungen als die Rowohlt-Konkurrenz, kennt aber seltsamer Weise die derzeit heiß diskutierte "Flatrate" nicht. Dafür entschädigt ein ausführliches Abkürzungsverzeichnis sowie ein Wörterbuch Deutsch-Englisch zu wichtigsten Begriffen. Auf die Flatrate-Erklärung verzichtet "Das große PC & Internet-Lexikon" von Data Becker (ebenfalls rund 20 Mark) ebenso, aber ansonsten weiß das Buch mit verständlichen und teils sehr ausführlichen Beschreibungen auf über 930 Seiten zu glänzen.

Aber nicht nur die Einsteiger, auch die langjährige PC-User dürften mal eine Frage haben und vielleicht im "Computer Fachlexikon mit Fachwörterbuch" vom Microsoft Press (rund 70 Mark) die Antworten finden. 9000 Begriffe auf über 920 Seiten schaffen einen ersten Überblick, und zusätzlich zum Buch gibt es eine CD-ROM, auf der der gesamte Inhalt zu finden ist. Der Clou: Neben vielen Weblinks und sogar einer Sprachausgabe besteht die Möglichkeit, das Lexikon online regelmäßig zu aktualisieren. Ebenfalls für Fachpublikum und neugierige Einsteiger gleichermaßen ist das "Computerlexikon" von dtv gedacht (rund 40 Mark). Der große Nachteil dieses eigentlich übersichtlichen und informativen Werkes sind weniger die mageren 5300 Stichwörter als die Aktualität; der Stand 1998 ist in vielem überholt, aber im nächsten Jahr wird die vierte Ausgabe erscheinen.

Gängigste Begriffe erklären alle vorgestellten Lexikas. Der Unterschied liegt zum einen in der Aktualität, zum anderen im Duktus, also ob das Erklärte auch wirklich leicht verständlich ist. Besonders das Lexikon von Data Becker kann in allen Punkten überzeugen. Äußerst praktisch, aber auch etwas teurer, ist das Lexikon von Microsoft in der elektronischen und platzsparenden Zugabe mit der Online-Aktualisierung. Aber auch die Lexika von Rowohlt und Markt&Technik bergen viel nützliches Nachschlagwissen, lediglich das recht teure Werk vom Verlag Das Beste eignet sich eher als erste Einführung.

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