Zeitung Heute : Leyen wirbt für Finanzhilfen bei künstlicher Befruchtung

Berlin - Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wirbt für eine stärkere finanzielle Unterstützung für kinderlose Paare bei einer künstlichen Befruchtung. „Wir müssen das Thema neu diskutieren“, sagte die Ministerin. Leyen mahnte, keine Abwehrschlachten zu führen, wer für dieses Thema nicht zuständig sei. Ungewollte Kinderlosigkeit habe oft körperliche Ursachen und sei daher ein „klas sisches gesundheitspolitisches Thema“. Natürlich gebe es auch eine familienpolitische Komponente, wenn für die betroffenen Paare die Sehnsucht nach dem eigenen Kind nicht erfüllt werde. Leyen bezeichnete die Initiative Sachsens als „bemerkenswert“. Die Landesregierung will Ehepaaren künftig für bis zu vier Versuche einen Zuschuss für eine künstliche Befruchtung zahlen. Bis 2004 hatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, ein Versuch kostet rund 3000 Euro, komplett übernommen. Seitdem zahlen sie nur noch die Hälfte.

Bei der Vorstellung des Familienreports 2009 mahnte Leyen, in Zeiten der Wirtschaftskrise familienpolitische Leistungen nicht zu kürzen. Familienpolitik sei keine „Schönwetterpolitik“, sondern entscheidend für die Zukunft einer Volkswirtschaft. Allein der Ausbau der Kinderbetreuung ermögliche staatliche Mehreinnahmen von rund 16 Milliarden Euro. Die Ministerin zeigte sich zuversichtlich, dass die Wirtschaftskrise nicht automatisch zu einem Einbruch der Geburtenrate führen werde. Sie forderte außerdem mehr Unterstützung für Alleinerziehende. ce

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