Zeitung Heute : Licht an, Kamera läuft ...

In elf Studiengängen können junge Menschen an der HFF Filmexperten werden

Frank Noack

Die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ des Landes Brandenburg, bietet zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten an: Der Studiengang Film- und Fernsehregie verlangt eine größtmögliche Allgemeinbildung, da sich der Regisseur um alle anderen Aspekte von der Stoffentwicklung über die Besetzung bis zur Ausstattung kümmern muss. Die Richtlinien ändern sich häufiger als in anderen Fächern, da ständig neue künstlerische Bewegungen zu berücksichtigen sind (Neorealismus, Nouvelle vague, Dogma).

Hier wie auch bei der Ausbildung zum Kameramann wird neben den elementaren technischen Fähigkeiten die Individualität gefördert. Der oder die Studierende soll nach der Abschlussprüfung mit einer persönlichen Note auffallen. Für einen Gastvortrag konnte der Oscar-Preisträger Walter Lassally gewonnen werden, nur ein Beispiel für die guten Kontakte der HFF „Konrad Wolf“ zur internationalen Filmszene.

Vielfältiger, als es der Titel ahnen lässt, gestaltet sich der Studiengang Film- und Fernsehdramaturgie/Drehbuch . Zu den Einsatzbereichen des Diplom-Film- und Fernsehdramaturgen gehören neue Medien wie CD-ROM und Internet. Wirtschaftliche Kenntnisse sind erforderlich, der Dramaturg muss auch die Kosten einer Produktion einschätzen können.

Um mehr als nur Geschäftliches geht es im Fach Film- und Fernsehproduktion , das die Kunst- und Geisteswissenschaften mit einbezieht. Auf eine Schauspielausbildung glaubte das Haus vorübergehend verzichten zu können. Sie ist von 1972 bis 1976 vom Lehrplan gestrichen worden, doch inzwischen ist der Bereich Medienspezifisches Schauspiel eine Hauptattraktion des Instituts.

Der Studiengang Animation , den es seit 1984 gibt, bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Layout, Hintergrundmalerei, Storyboard, Zeichen- und Puppentrick, 3D-Computeranimation, Visual Effects. „Animatoren“, sagt der Computerfilmexperte und HFF-Professor Ulrich Weinberg, „sind die Geduldigsten unter den Filmemachern. 15 000 einzelne Bilder müssen für zehn Minuten Film hergestellt werden.“

Dabei helfen ihnen angehende Diplom-Schnittmeister und Diplom-Tonmeister für audiovisuelle Medien, die beide über eine gehörige Portion Musikalität verfügen sollten. Wer den Studiengang Ton absolviert hat, ist nicht auf das Medium Film oder Fernsehen angewiesen, sondern kann auch in Theater-, Konzert- und Showeinrichtungen tätig werden.

Alle Studiengänge beanspruchen acht bis neun Semester. Es gibt auch Studiengänge, die nur fünf bis sechs Semester dauern, weil ihnen ein Grundstudium an einer anderen Hochschule vorausgeht.

Die Audiovisuelle Medienwissenschaft begreift sich als Erweiterung der Filmtheorie; analysiert werden Formate wie Sitcom und Daily Talk, man lernt in einer Festivalleitung zu arbeiten, Marketing und Medienrecht zu praktizieren oder – dieses weltweite Großprojekt läuft zurzeit – die Rezeption der „Herr der Ringe“-Trilogie zu untersuchen.

Der jüngste Studiengang, Filmmusik , setzt eine musikalische Ausbildung voraus und Szenografie den Besuch einer Kunsthochschule.

Insgesamt gibt es elf Studiengänge. Es könnten durchaus mehr werden, das gehört zum Konzept einer Hochschule, die sich keiner Entwicklung verschließt.

Weiteres im Internet: www.hff-potsdam.de

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