Zeitung Heute : Licht aus …

Filme bearbeiten: Wie man mit Videoschnitt-Programmen den perfekten DVD-Abend gestaltet

Kurt Sagatz

Das Angebot von Amazon war überaus verlockend. Ein DVD-Brenner für gerade mal 150 Euro. Da lohnt sich die Aufrüstung des Computers. Besonders für Videofilmer ergeben sich bei solchen Preisen ganz neue Perspektiven. Urlaubs-Filme, Hochzeiten, die Einschulung der Kinder, der erste Bungee- Sprung – was früher der Dia-Abend war, läuft heute als DVD-Heimproduktion über den Fernseher. Schnelle Schnitte, jede Menge Beats per Minute und DVDs mit Kapitelmenüs wie bei Hollywood-Werken sind zum Standard geworden. Möglich macht’s erneut der Computer, denn hier laufen auch bei der eigenen Videoproduktion alle Fäden zusammen.

Über Jahre gab es kaum ein Thema, das Videofilmer so sehr bewegte wie die Möglichkeit, ihr Videomaterial verlustfrei zu bearbeiten und anschließend auf ein möglichst langlebiges Medium auszugeben. Inzwischen sind die meisten neuen Computer leistungsfähig genug, die digitalisierten Bilderströme ohne Abstriche verarbeiten zu können. Selbst alte analoge Filme können nun in voller Auflösung in den Computer transportiert, dort bearbeitet und anschließend auf DVD gebrannt werden.

Die Technik ist dabei nicht nur leistungsfähiger, sondern auch erschwinglicher geworden. Wer seinen Computer in den letzten zwei Jahren erworben hat, verfügt zumeist schon über die wichtigsten Hardware-Komponenten. Um Videos von digitalen Camcordern in den Computer zu importieren, wird zumeist noch eine Firewire-Karte benötigt, Besitzer von analogen Videogeräten bauen sich entweder eine Fernsehkarte ein oder schließen den Camcorder über einen Adapter (siehe Kasten) an. Um die Videos über den DVD-Player auf den Fernsehbildschirm zu bringen, braucht es nur noch einen Brenner. Mit einem einfachen CD-Brenner lassen sich Videos in VCD- oder S-VCD-Qualität erstellen, was vergleichbar mit der Qualität eines Videorekorders ist. Oder man schafft sich einen DVD-Brenner an. Die Qualität der Videos hängt dann nur noch davon ab, in welcher Auflösung der Camcorder die Bilder eingefangen hat.

Doch nicht nur die Hardware hat Riesensprünge gemacht. Besonders die Software, mit der aus dem Rohmaterial die eigenen Videoproduktionen gefertigt werden, bietet inzwischen Profi-Qualität zu niedrigsten Preisen. Dabei enthalten die Software-Pakete von Magix, Pinnacle oder Ulead eine fast überbordende Funktionsfülle. Fast wird es schon wieder zum Problem, sich bei der Vielfalt an Blenden, Video- und Audio-Effekten, Titel-Vorschlägen und Kapitel-Menüs die nötige Selbstbeschränkung aufzuerlegen, um nicht vor lauter Gimmicks den eigentlichen Inhalt des Films zu vergessen.

An der technischen Qualität der fertigen DVD gibt es somit nichts auszusetzen. Allerdings dürften auch sämtliche Spielereien mit Profi-Blenden, Digital-Effekten und nachträglich aufgesprochenen Kommentaren nichts daran ändern, dass auch der beste Urlaubsfilm ab einer gewissen Länge beim Zuschauer zu Ermüdungserscheinungen führt.

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