Zeitung Heute : Licht im Tunnel

Der Tagesspiegel

RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler hatte am Dienstag eine gute und eine schlechte Nachricht zu verkünden. Die schlechte: Die mageren Zeiten im Fernsehen sind seiner Ansicht nach noch nicht vorbei. „Die Werbeflaute, verursacht durch die rückläufige Konjunktur und die Anschläge vom 11. September, wirkt sich auch noch im ersten Quartal dieses Jahres aus.“ Die gute Nachricht: „Trotzdem entwickelt sich das Werbegeschäft für RTL besser als noch im letzten Herbst erwartet. Die aktuelle Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung lässt für die Zukunft eine noch positivere Entwicklung vermuten.“

Zeiler kündigte für den Herbst dieses Jahres eine Programmoffensive an, die besonders den Nachmittag betreffe. „Wir planen ein neues Format für die Zeitschiene zwischen 15 und 16 Uhr“, sagte er. Bislang sendet der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Sender um 15 Uhr Wiederholungen der Serie „Die Wache“, die gegen die Sat-1- Konkurrenz „Richterin Barbara Salesch“ keine Chance haben.

Insgesamt werde sein Sender in diesem Jahr nicht mehr Geld ausgeben als 2001. Ob die Investitionen weniger würden, hänge nicht zuletzt von der Werbeentwicklung ab. Beim Vormittagsprogramm hat RTL bereits Einsparungen vorgenommen „und trotzdem höhere Marktanteile erzielt“, sagte Zeiler.

Nach derzeitigem Stand wird RTL die Übertragungen der Champions League im nächsten Jahr beenden. „Sollten wir am Ball bleiben wollen, müsste es radikale Veränderungen geben“, sagte Zeiler. „Die Champions League muss wieder ein Event werden. 33 Spieltage sind einfach zu viele. Es kann nicht angehen, dass die vierte Wiederholung des ,Bullen von Tölz’ (Sat 1) mehr Marktanteile erzielt als Bayer Leverkusens Sieg in La Coruña. Die Champions League ist auf bestem Weg, ihre eigene Marke zu zerstören.“ Alternativen gebe es im Programm viele.

In der jüngsten Vergangenheit hatte der Kölner Privatsender die Zahl der eigenproduzierten TV-Filme zu Gunsten der Champions League zurückgeschraubt.

Für die Zukunft setzt der RTL-Geschäftsführer weiterhin auf sein Zugpferd Günther Jauch. Die Rechte an der Ausstrahlung des Erfolgsquiz „Wer wird Millionär?“ habe RTL nach Zeilers Angaben bis 2006 sicher. Die Zusammenarbeit mit Moderator Jauch, der für den Sender auch als Produzent auftritt, funktioniere bestens. „Viele Abmachungen treffen wir per Handschlag“, ergänzte Zeiler, dessen Vertrag nach vier Jahren Tätigkeit Ende dieses Jahres bei RTL ausläuft. Mit den Gesellschaftern habe er bereits Gespräche über die Verlängerung geführt – angepeilt werde eine Fortsetzung mit ihm bis 2005 oder 2006.dpa/Tsp

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