Zeitung Heute : Licht und Schatten: Extreme um den Nordpol

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Nördlich des Polarkreises, 66 Grad 33’ nördlicher Breite, geht die Sonne an mindestens einem Tag im Jahr nicht unter – und an mindestens einem Tag im Jahr nicht auf. Je weiter nördlich man kommt, desto mehr Tage mit Mitternachtssonne und Polarnacht gibt es.

Im Gegensatz zu der Gegend um den Südpol ist die Nordpolregion bevölkert. Knapp 600 000 Einwohner leben heute dort. Sie verteilen sich auf Kalaallit Nunaat (Grönland), Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, die USA und Kanada. Schon bevor die heutigen Nationalstaaten entstanden, lebten hier die Jäger und Nomadenvölker Inuit (Alaska, Kanada und Grönland), die Nenzen (Russland, Jamal-Halbinsel) und Samen (Lappen), die im heutigen Schweden, Norwegen, Finnland und Russland leben.

Der menschliche Körper benötigt bei der eisigen Kälte im polaren Winter Unmengen Energie. Am konzentriertesten ist die in Form von Alkohol zu konsumieren. Die Bevölkerung hat große Probleme mit der Alkoholsucht, hohe Mord- und Selbstmordraten und Gewaltprobleme in den Familien.

Urlauber aus den gemäßigten Breiten fahren Richtung Norden, um sich das Polarlicht anzusehen, im Norden Aurora borealis genannt. Es entsteht aus Sonnenwinden, Strömen elektrisch geladener Teilchen, die auf das Magnetfeld der Erde treffen. Im Sommer kann man es wegen der nächtlichen Helligkeit schlecht sehen. Am 80. Breitengrad, etwas nördlich von Spitzbergen, beginnt das ewige Eis. Die Polregion galt lange als „terra incognita“. Romantische Dichter malten sich wundersame Länder aus oder vermuteten das Ende der Welt. Mary Shelleys „Frankenstein“ beginnt im Eismeer. Nietzsche glaubte, reine Kälte befördere die Klarheit des Geistes.ded

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