Zeitung Heute : Lieber die Stärken fördern

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„Burnout?“ Die Friedrichshainer Realschulleiterin Birka Schmittke glaubt nicht, dass ihre Kollegen darunter leiden. Dabei müssen sie wöchentlich 27 Stunden Unterricht geben und eine Reform nach der anderen stemmen. Dennoch stellt sich bei ihnen offenbar nicht so massiv das gefürchtete „Land-unter-Gefühl“ ein, das bei Lehrern so verbreitet ist. Im Gegenteil: Das Kollegium der Georg-Weerth-Realschule ist extrem erfolgreich und räumt einen Preis nach dem anderen ab. Ein Geheimnis dieses Erfolgs könnte darin liegen, dass Rektorin Schmittke gern ungewöhnliche Wege geht. So wendet sie das eigentlich nur in der Wirtschaft übliche Instrument der „Zielvereinbarung“ an: Im Gespräch mit der Lehrkraft wird zu Beginn des Schuljahres festgelegt, in welcher Weise sie sich in die Eltern- und Gremienarbeit einbringen will, wie sie ihren Unterricht verbessern könnte und wohin die gesamte Schulentwicklung gehen soll. Auf dieser Grundlage wird dann der Fortbildungsbedarf ermittelt. Auch bei der Weiterbildung gibt es keine Kompromisse: Die Kurse werden gezielt eingekauft und mit dem Geld aus gewonnenen Preisen finanziert. Ein Procedere, das das Selbstbewusstsein stärken soll. „Wichtig für die Motivation ist, dass man von den jeweiligen Stärken der Lehrer ausgeht. Es hat keinen Sinn, die Schwächen ausmerzen zu wollen“, sagt die Schulleiterin. sve

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