Zeitung Heute : Lieber Matthias Kalle!

IRGENDWIE, IRGENDWO, IRGENDWANN

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Eine Generation weiß nicht wohin – einer macht sich schon mal auf den Weg

Matthias Kalle hat seine Heimatstadt Minden wieder verlassen und ist nach München gezogen. Damit endet auch seine Kolumne. Das letzte Wort haben die Leser. Hier eine Auswahl der Emails aus den letzten Monaten:

„Das kann doch nicht so weitergehen“, dachte ich mir als allsonntägliche Leserin Ihrer Kolumne und fing an, mir Sorgen zu machen. „Wann packt der endlich wieder seine Koffer?“, fragte ich mich. Jetzt bin ich beruhigt, obwohl ich den Wegfall dieser Stimmungsberichte als gebürtige Ostwestfälin sehr bedauere und persönlich München nicht für die Lösung halte.

Gabi Pehle

Was oder warum auch immer – dieser extrem trockene Text hat mich angerührt, neugierig gemacht. Ich kenne Minden nicht, aber ich komme aus Celle. Den Satz kann man einfach mal so stehen lassen. Es ist schade, dass jemand aus Minden Berlin verlässt - und ich hab ihn noch nicht mal kennen gelernt.

Kathrin Feldmann

Ich bin Japaner, Jahrgang 71, und wohne seit etwas mehr als sechs Jahren in Berlin. Vorher lebte ich sechs Jahre in Tokio. Und davorwar ich bei meinen Eltern in einer Kleinstadt Hiroshimas und hatte auch „meine Jungs“, mit denen ich immer eine Rockband gründen wollte. Aber es passierte nie. Wir (drei) kennen uns, seit wir im Kindergarten waren, und sind immer noch wie Brüder, auch wenn ich selten meine Heimat und die Jungs besuche, seitdem ich die Inseln verließ. Ich fühle zumindest, als wäre ich in Minden aufgewachsen.

Makoto Watanebe

Manchmal frage ich mich bei Ihren sonntäglichen Einblicken in das Mindener Kleinstadtleben, ob nicht auch der ein oder andere Freund ein wenig verstimmt ist. Landy kennt ja nun insbesondere ganz Berlin in- und auswendig! Auch die Freundin aus Hamburg, bei der Sie letztens nur eine kurze Nacht geblieben sind, fragt sich sicherlich mit großer Bestürzung, was sie falsch gemacht haben könnte… Im Übrigen habe ich, obwohl halbe Ostwestfälin, keinerlei Verständnis für Ihre Rückkehr nach Minden. Was gibt es denn da Bahnbrechendes? Zu Minden fällt mir ehrlich gesagt nur Melitta Kaffee und jetzt auch Landy ein.

Jacqueline Asmah

Hallo Herr Kalle, schreiben Sie einen Roman – tausend Seiten dick. Ich bin Ihr Leser. Oder übernehmen Sie fürs Erste die gesamte Sonntagsbeilage. Egal, schreiben Sie. Ich könnte Ihnen stundenlang „zuhören“.

Mario Müller

Ich gratuliere Ihnen zu der öffentlichen Begründung Ihres Wegziehens aus Berlin. Mein Schwiegervater aus Minden faxte mir Ihren amüsanten Artikel aus dem Tagesspiegel. 22 Jahre hüpfte ich hundekotvermeidend durch Berlin, bevor auch ich mich entschied, die Stadt zu verlassen.

Wolfram Christ

Mensch, hör mit dem larmoyanten Gewinsel auf, das ist ja unerträglich. Wie alt bist du eigentlich, und was hast du schon erlebt? Kannste mal von was anderem schreiben als deinem schrägen Musikgeschmack? Oder lass es doch einfach bleiben und geh in Frührente… Back to the roots – poor lonesome cowboy!

Karin Dix

Ab nächsten Sonntag schreibt an dieser Stelle wieder Benjamin Lebert.

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