Zeitung Heute : LIEBESDRAMÖDIE

Me Too – Wer will schon normal sein?

Stephanie Grimm

Pablo Pineda hat das Down-Syndrom – und einen Hochschulabschluss. Die Filmemacher Álvaro Pastor und Antonio Naharro ließen sich von ihm zur Figur Daniel inspirieren: einem Menschen mit Trisomie 21, der sich in eine „normale“ Kollegin verliebt. Bald realisierten die beiden, dass Pineda der beste Darsteller seines Alter Ego ist. Ein eindrucksvoller Film, der deutlich macht, wie schwierig das Thema Selbstbestimmung behinderter Menschen ist. Daniel kommt seiner Angebeteten Laura nahe, ohne auf Betroffenheit zu setzen. Die beiden verbindet viel: ihr Sinn für Humor, der diesem Feelgood- Film Leichtigkeit verleiht, aber auch eine tief sitzende Einsamkeit. Eine Schwachstelle des Films ist die Charakterisierung von Laura. Es wird darauf insistiert, dass hinter der kessen Fassade eine beschädigte Seele steckt. Dennoch: Erfrischend. Stephanie Grimm

E 2009, 103 Min., R: Álvaro Pastor & Antonio Naharro, D: Pablo Pineda, Lola Dueñas

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