Zeitung Heute : LIEBESGESCHICHTE

Herzensbrecher

Natürlich ist man erst mal etwas reserviert gegenüber einem Film, der „Herzensbrecher“ heißt. Doch dafür kann Regisseur und Hauptdarsteller Xavier Dolan gar nichts. „Les amours imaginaires“ ist der Originaltitel, und präziser kann man kaum sagen, worum es geht. Nämlich um die nicht gelebte Liebe, die darum vielleicht umso stärker ist. Die Handlung: Marie und Francis, beste Freunde, verlieben sich in denselben Jungen, und plötzlich ist alles anders. Xavier Dolan ist Anfang 20, „Herzensbrecher“ sein zweiter Film nach dem preisgekrönten „I killed my Mother“ (2009). Die Optik von „Les amours imaginaires“ – Zooms und Slowmotions im Übermaß – verrät, dass die virtuelle Welt ihm die vertrautere, die realere ist. Aber auch die Welt der Liebe ist primär eine virtuelle, man kann Dolans Stil also auch Konsequenz nennen. Interessant.Kerstin Decker

CDN 2010, 101 Min., R: Xavier Dolan, D: Xavier Dolan, Niels Schneider, Monia Chokri

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