Zeitung Heute : „Lieblingspartei alter Stalinisten“

Roger de Weck, Publizist

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„Auch die Partei, die am Markt zweifelt, muss sich auf dem Markt der Parteien behaupten. Solange die PDS Wähler findet, ist sie nötig. Seit dem 22. September ist sie weniger nötig. Strebt die SPD zur Mitte, öffnet sich links eine Lücke. Die PDS füllt sie nicht, weil sie weder alt noch jung ist. Ihr fehlt als SED-Erbin die frische Kraft. Und ihr fehlt die Tradition, da vom SED-Erbe nichts trägt. Einst hatte der deutsche Sozialismus seinen Staat, jetzt hat er die PDS. Das ist wenig, aber wichtig: Ohne die Partei neigten viel mehr Ostdeutsche zu den Rechtsextremisten. Die PDS sammelt den Protest - und dämpft ihn, statt daraus populistisches Kapital zu schlagen. Darin liegen Verantwortung und Verhängnis der PDS. Die Lieblingspartei alter Stalinisten festigt die Demokratie.“

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