Zeitung Heute : LITERATURVERFILMUNG

Die Liebe in den Zeiten der Cholera

Christina Tilmann

Viele Tränen, aus aufgerissenen Augen. Elegische Frauenblicke. Schmachtende Männerblicke. Prächtige Altbauten. Lebhafte Straßenszenen. Malerische Landschaftsbilder. Alles so, wie man es von einer Verfilmung von Gabriel Garcia Márquez’ Bestseller „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ vermutet hätte. Kein Aufwand gescheut hat Regisseur Mike Newell für sein 45-Millionen-Dollar-Projekt. Das Ergebnis lässt: kalt. Einerseits, weil der aus überwiegend spanischen und italienischen Schauspielern bestehende Star-Cast für diese Hollywood-Produktion gezwungen ist, Englisch zu sprechen (mit Akzent!), was relativ unglaubwürdig wirkt. Andererseits, weil diesem Roman, in dem es um eine unerfüllte Liebe und um die Kraft der Sprache geht, mit opulenten Bildern und schwachem Drehbuch nicht beizukommen ist. Lieber das Buch lesen. Christina Tilmann

„Die Liebe in den Zeiten der Cholera“, USA 2007, 138 Min., R: Mike Newell, D: Javier Bardem, Giovanna Mezzogiorno

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