Zeitung Heute : LITERATURVERFILMUNG

Effi Briest

Nadine Lange

Auf dem kurzen Weg vom See zur Villa stürzt Effis Welt zusammen. Gerade hat ihre Mutter ihr freudig mitgeteilt, dass Baron von Innstetten um ihre Hand angehalten hat. Das Lächeln ist aus Effis Gesicht gewichen, sie sagt kein Wort mehr und wirkt wie erstarrt. Sie muss einen 20 Jahre älteren Mann heiraten, den sie nicht liebt. Hermine Huntgeburth („Die weiße Massai“) hat Fontanes Klassiker auf brave und nicht eben originelle Weise adaptiert. Sie sieht ihre Heldin als starke, frei denkende Frau, die keineswegs vom Leiden an ihrer Ehe niedergedrückt wird. Was auch an der recht harmlos angelegten Innstetten-Figur liegt. Die Leidenschaft zwischen Effi und Crampas wirkt aufgesetzt und weit weniger spektakulär als die Dünenlandschaft, in der sie ausgelebt wird . Das Ende ist völlig anders als im Roman und orientiert sich am Leben des realen Effi-Vorbilds. Lauwarm. Nadine Lange

„Effi Briest“, D 2007, 118 Min., R: Hermine Huntgeburth, D: Julia Jentsch, Sebastian Koch, Misel Maticevic, Juliane Köhler

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar