Zeitung Heute : LITERATURVERFILMUNG

Anna Karenina.

Martin Schwarz

Von Beginn an betont Joe Wright in dieser Neuverfilmung des Klassikers das Theatralische. Viele Szenen spielen in einer Bühnenkulisse, in grandiosen Übergängen schwingt die entfesselte Kamera von Szene zu Szene. Und in denen wird geschildert, wie die wohlsituierte Ehefrau Anna Karenina (Keira Knightley) sich in eine Affäre mit dem schnieken Oberst Wronskij (Aaron Taylor-Johnson) stürzt und damit gegen jede Etikette im Russland der Zarenzeit verstößt. Parallel wird von Liebeleien erzählt, etwa jene schöne Episode um den Großgrundbesitzer Levin. Das Szenenbild ist exzellent, der Schauwert groß – typisch Joe Wright. Und doch hält sich das Mitgefühl für die kompromisslos Liebenden in Grenzen. Das liegt nicht nur an der künstlichen Inszenierung, sondern auch – Tolstoi-Fans mögen verzeihen – am angestaubten Plot. Sieht gut aus. Martin Schwarz

GB/F 2012, 130 Min., R: Joe Wright, D: Keira Knightley, Aaron

Taylor-Johnson, Jude Law

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