LITERATUR„Welttag der Poesie 2013“ : Der Club der guten Dichter

Malte Siegersen
Foto: gezett

Noch ist der Unesco-Welttag der Poesie in Deutschland ein Feiertag unter „ferner liefen“. Doch in den 13 Jahren, in denen die Literaturwerkstatt Berlin das Ereignis ausrichtete, hat es sich als eine Art Minifestival der Dichtung und der Vielfalt des Kulturguts Sprache etabliert. In den Räumen der Stiftung Brandenburger Tor gibt es auch dieses Jahr ein Konzert aus Versen, Sprachen und Stimmen – eine Gelegenheit für eine Weltschau der Poesie, gelesen in den Originalsprachen und in deutscher Übersetzung.

Mit dabei sind nun der 1952 geborene Franzose Gérard Haller mit dem Prosagedicht „L’ange nu“ (Der nackte Engel) nach Frantisek Kupkas 1908 entstandenem Gemälde „La Petite Fille au ballon“ und die in Berlin lebende Ungarin Orsolya Kalász, (geboren 1964), die alle Zuhörer auffordert: „Wer kommt in meine Sprache“. Der 1961 geborene Nigerianer Remi Raji trägt „Salutation / Gruß“ vor.

Mit dem Litauer Tomas Venclova, dem letzten Überlebenden eines Freundestrios, das die Nobelpreisträger Czeslaw Milosz und Joseph Brodsky einschloss, präsentiert sich ein großer Metaphysiker, den Durs Grünbein und Claudia Sinnig eindrucksvoll ins Deutsche gebracht haben. Und in Gestalt des zurzeit am Berliner Wissenschaftskolleg arbeitenden Chinesen Yang Lian (Foto), geboren 1955, tritt eine prägende Stimme der jüngeren chinesischen Lyrik auf: Mit dem Band „Konzentrische Kreise“ (Hanser) hat er gerade ein suitenartiges Langgedicht veröffentlicht, das er als sein Hauptwerk ansieht. Malte Siegersen

Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus, Mi 20.3., 20 Uhr. Eintritt frei, Anmeldung wird erbeten per E-Mail an

info@stiftungbrandenburgertor.de

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