Zeitung Heute : Lockruf der Wirtschaft

Wo Juristen jenseits der klassischen Karrierepfade unterkommen

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Zu den Gewinnern auf dem Arbeitsmarkt zählen derzeit Juristen, die sich für Forschung und Lehre im öffentlichen Dienst interessieren. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 277 Stellen für diesen Bereich ausgeschrieben – 54 mehr als im Jahr zuvor. Ansonsten blieben Rechtsgelehrte mit Staatsexamen und ihre dual ausgebildeten Mitarbeiter von der Wirtschaftsflaute nicht verschont. Laut Adecco-Stellenindex, für den der Personaldienstleister die 40 wichtigsten Printmedien in Deutschland auswertet, war die Auswahl für Bewerber im vergangenen Jahr deutlich übersichtlicher als ein Jahr zuvor: 2313 Jobangebote für Juristen (gegenüber 3296 im Vorjahr) und 3404 für Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfen (5011).

Von den insgesamt 378 473 untersuchten Angeboten im Jahr 2002 richteten sich zwar nur 5717 an die Vertreter juristischer Berufe. Die Jobangebote für Akademiker sind im vergangenen Jahr Disziplinen übergreifend um 46 Prozent gegenüber 2001 zurückgegangen. Gleichwohl lohnt es sich vor allem für Hochschulabsolventen, die Inserate der Arbeitgeber genau zu studieren.

Die klassischen Berufsfelder sind schnell besetzt und als Geschäftsführer gesucht werden Juristen auch immer seltener – 2002 nur 166 Mal. Doch das Einsatzspektrum für Assessoren und Volljuristen ist breiter als von vielen angenommen. 2002 wurden nicht nur 3110 Stellenofferten für Rechtsberatung und Notariate geschaltet, sondern auch Jobangebote im Personalleasing (312), in der Wirtschafts- und Steuerberatung (218), im Kreditgewerbe (199) und bei Versicherungen (175). Auch Verlage (42), elektronische Medien (20), Werbeagenturen (20) und Tourismus-Unternehmen (8) inserierten. rch

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