Zeitung Heute : Lohn und Brot

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Die Spannbreite ist erstaunlich groß. Zwischen zwei und 24 Prozent schwankt das Ausmaß von Kinderarmut bei den reichsten Staaten der Welt. Zur negativen Spitzengruppe gehören neben Russland alle angelsächsischen Industrienationen, allen voran die Supermacht USA. Die Kontinentaleuropäer bilden zusammen mit Japan eine Mittelgruppe. Positive Spitzenreiter sind die Länder Nordeuropas. Wie jedoch sind solche Differenzen zu erklären? Nach Untersuchungen von Unicef sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: das Lohnniveau für Einfachjobs und der Standard der sozialen Sicherung. In angelsächsischen Ländern sind die Sozialsysteme weniger ausgeprägt. Auch reichen die gesetzlich festgesetzten Mindestlöhne in der Regel nicht, um die Armutsgrenze zu überschreiten. In Kontinentaleuropa und Japan dagegen sind die Sozialzahlungen relativ großzügig. Das Lohnniveau im Niedriglohnsektor ist in der Regel ausreichend, um sich von der eigenen Hände Arbeit zu ernähren. Die nordischen Staaten wiederum gehören zu den reichsten, aber auch egalitärsten der Welt. Sie vereinbaren große Wirtschaftsdynamik mit einem relativ hohen Maß an ökonomischer Gleichheit ihrer Bürger. M.G.

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