Zeitung Heute : Lokalzeitungen für Sesshafte, überregionale für Mobile

Wo in welcher Zeitung das richtige Angebot steht

Christine Demmer

Arbeitgeber und Personalberater haben eine ziemliche klare Vorstellung davon, welche Menschen an welchem Ort und in welchem Medium nach Stellenanzeigen Ausschau halten. Wer zum Beispiel einen Teilzeitjob in der Nähe des örtlichen Kindergartens sucht und mit dem Fahrrad dorthin kommen will, der surft ganz bestimmt nicht quer durch die Internet-Jobbörsen oder schlägt sich mit mehreren Kilo Zeitungspapier herum. Der recherchiert ganz gezielt online nach Angeboten in seinem Wunschort, schaut in das kostenlose Anzeigenblättchen, das jeden Mittwoch in seinem Briefkasten liegt, oder in die Wochenendausgabe seiner Lokalzeitung. Denn dort sind nur vereinzelt Arbeitsplätze in weiter Entfernung ausgeschrieben. Die überregionale Tagespresse, die Wirtschaftszeitungen und die Fach- und Branchenzeitschriften wenden sich hingegen an alle deutschsprachigen Leser, besonders an solche mit höherer Qualifikation und der Bereitschaft, für die richtige Stelle auch umzuziehen. Hier findet man mit größter Wahrscheinlichkeit interessante Angebote für Führungskräfte und Spezialisten.

Wer also in einer Kleinstadt oder auf dem platten Land lebt und auch dort bleiben will, kann seine Suche auf die elektronischen Jobbörsen im Internet, Anzeigenblätter und die örtliche Tageszeitung beschränken. Habilitierte Soziologinnen, Kraftwerksbauer oder Experimentalphysiker brauchen allerdings eine große Portion Glück, um im Buchsberger Anzeiger eine ihrer Ausbildung entsprechenden Position zu entdecken. Ihr Arbeitsmarkt ist klein und überschaubar. Die Brancheninsider wissen entweder, wo Stellen zu besetzen sind, oder sie lesen die Fachpublikationen für ihre Berufsgruppe. Davon gibt es in Deutschland einige Tausend. Einen Überblick geben die jeweiligen Branchenverbände und www.mediamonster.de .

Die Hauptinformationsquelle bei der Arbeitsplatzsuche ist immer noch die klassische Anzeige in den Zeitungen und Zeitschriften. Zwei Drittel aller Arbeitnehmer greifen zum gedruckten Medium, um sich über aktuelle Arbeitsangebote zu informieren. Doch die Stellenmärkte im Internet sind auf rasantem Vormarsch, www.crosswater-systems.com listet allein rund 600 deutschsprachige Jobbörsen auf. Darüber hinaus veröffentlichen fast alle großen Firmen ihre freien Stellen auf ihrer Website – üblicherweise unter Stichworten wie „Karriere“, „Jobs“ oder „career“. Und dann bietet sich immer noch der klassische Weg zum Arbeitsamt – natürlich auch elektronisch unter www.arbeitsamt.de .

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