Zeitung Heute : Luxusliner zielen fortwährend auf die Geldbörsen

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Mehr als 1,6 Millionen Touristen gehen pro Jahr in den Häfen der Bahamas an Land. Sie tragen aber nur zu 7,6 Prozent zu den Tourismuseinnahmen des Inselstaates bei, obwohl sie dort mehr als 50 Prozent aller Besucher stellen. Dies zeigt eine Studie kanadischer Wissenschaftler. Zudem lassen die Kreuzfahrer immer weniger Geld an Ort und Stelle: 1980 gaben die Besucher im Durchschnitt während eines Landgangs umgerechnet 106 Mark aus, 1996 hingegen nur noch 60 Mark.

Der Grund dafür sind die Luxusliner, "wahre Geldfallen" der Studie zu Folge. Ihre Betreiber zielten unterwegs konsequent auf die Geldbörsen der Urlauber, um die Profite zu maximieren. Außerdem liefen die Reedereien zunehmend firmeneigene Inseln an. Oder gepachtete: Salt Cay etwa würde von diversen Kreuzfahrtlinien unter den Namen "Dolphin Cove", "Blue Lagoon" und "Royale Isle" vermarktet. Unterm Strich, so die Experten, sei das Geschäft der Bahamas beim Blick auf die negativen Belastungen des Kreuzfahrttourismus für die Umwelt und in sozialer Hinsicht "sehr fragwürdig". Auch trüge die Hoffnung, aus Seereisenden Landurlauber zu machen: Nur 6,2 Prozent kommen im Flugzeug wieder.

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