Zeitung Heute : M-Commerce: Als die Geschäfte laufen lernten

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Seit es mehr Mobiltelefone als PCs und Internet-Anschlüsse gibt, scheint das Zeitalter des M-Commerce angebrochen zu sein. Mobile Business ist das neue Zauberwort und bedeutet Einkauf, Transaktionen und vieles mehr über mobile Geräte wie das Handy von beinahe jedem Punkt der Erde aus.

Jörg Zobel, Unternehmensberater im Bereich E-Commerce und Neue Medien, ist überzeugt, dass M-Commerce einen ähnlichen Durchbruch wie E-Commerce haben wird und hat deshalb das Buch "Mobile Business und M-Commerce. Die Märkte der Zukunft erobern" verfasst. Der Autor vermeidet dabei den Begriff M-Commerce und spricht von Mobile Business, um nicht nur den Handel mittels mobiler Geräte, sondern auch weitere Transaktionen wie beispielsweise das Abonnement personalisierter Zeitungen oder ähnlicher Informationsangebote oder das neueste Spiel auf dem Handy mit einzuschließen.

Zobel beginnt mit seiner Definition vom mobilen Geschäft. Im ersten der fünf Hauptteile geht Zobel auf die "Technologie von morgen" ein und erklärt kurz, woran die WAP-Einführung seiner Meinung nach gekrankt hat und was neue Technologien zu leisten vermögen. Im zweiten Teil beleuchtet der Autor den Problemfall Kunde und geht anschließend zur Definition der Strategien über. Weiter werden Geschäftschancen im mobilen Bereich aufgezeigt und eine Antwort auf die Gretchenfrage nach dem tragfähigen Geschäftmodell versucht.

Der Autor gibt einen tiefen Einblick in die Praxis des mobilen Business. Punkt für Punkt werden Interessierte von der Theorie einer profitablen Technologie über die Bedürfnisse der Zielgruppen bis zur Erstellung von Strategien geführt. So gesehen eignet sich "Mobile Business und M-Commerce" für diejenigen, die sich entweder über mögliche Marktchancen informieren oder selbst im mobilen Geschäft mitmischen wollen. Zobels Job als Unternehmensberater ist dem Buch an vielen Stellen anzumerken. Überschriften wie "Wer heute nicht handelt, handelt vielleicht nie mehr", klingen nach Werbeprospekt wie auch zitierte Studien, die sein Brötchengeber, Boston Consulting, erstellt hat.

Wer den euphorischen Duktus in Zobels Buch vernimmt, mag den momentanen Katzenjammer zahlreicher M-Commerce-Unternehmen angesichts erster Konkurse nur mit Verwunderung begegnen. Eine grundsätzliche Frage bleibt derweil bestehen: Wann gibt es endlich die Geräte, mit denen - anders als beispielsweise die umständliche Handhabung aktueller WAP-fähiger Handys - Transaktionen per Mobilgerät auch Spaß machen und nicht nur Nerven und Verbindungsminuten kosten?

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