Zeitung Heute : Madame Beckenbauer, enchanté! Jacques Chirac verabredet sich fürs Finale

Die Hochprominenz vertraut darauf, dass man sich bei einer WM immer zweimal trifft

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Leicht kann man darauf kommen, dass es zwischen dem Staatspräsidenten, dem Außenminister und den Kaisers nur ein einziges Gesprächsthema gibt. Man verabredet sich schon mal zum Endspiel, in dem selbstredend nur Deutschland und Frankreich aufeinander treffen können.

„Madame, ich bitte Sie“, beschwichtigt Chirac die ob des schweren Halbfinales gegen Italien skeptische Frau Beckenbauer. „Wer sind denn die Motoren der EU? Deutschland und Frankreich oder Italien und Portugal?“

Ja, genau. „Sie sehen, das Endspiel ist gewissermaßen unser natürliches Recht.“ Franz Beckenbauer glaubt immerhin auch an ein Endspiel Deutschland gegen Frankreich. Aber er möchte das Gespräch jetzt gerne beenden. Die allgemeine Verbrüderung ist ihm peinlich. Außerdem hat ihm ein Journalist gerade eingeflüstert, der italienische Ministerpräsident Romano Prodi komme nun doch schon zum Halbfinale nach Deutschland. Er muss sich jetzt ganz schnell einen besonderen Text für den Brief einfallen lassen, mit dem er den Gast aus dem Turnier verabschiedet. Im Hubschrauber, bei dem Lärm, kann man vielleicht einen Heiratsantrag machen. Aber doch nicht denken.

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