Zeitung Heute : Märkische Fischsuppe

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Meine Fischsuppe ist gar nicht kompliziert. Die koche ich mit Hühnerfond. Ich hasse nämlich Fischfond! Der kriegt unheimlich leicht einen tranigen Touch, wenn Sie da die Gräten und Köpfe auskochen. Das riecht dann schon so doll nach Fisch, das muss ich wirklich nicht haben, so gerne, wie ich Fisch esse. Deswegen können Sie mich auch mit Lachsforellen jagen, die sind mir einfach zu tranig.

Also: Ich nehme Hühnerbrühe und Suppengrün und Weißwein und koche mir da so einen richtig schönen Fond raus. Aber Sie können für die Fischsuppe auch gut ein Glas fertigen Hühnerfond nehmen, da brauchen Sie nicht erst extra ein Suppenhuhn auszukochen und hinterher noch tagelang Frikassee zu essen.

Sie kochen also ein Glas Fond mit Weißwein und Suppengemüse durch. Und damit der Fond schön kräftig wird, ruhig so eine halbe Stunde auf dem Herd kochen lassen. Ich schmecke es dann auch noch ein bisschen scharf ab, mit Chicken-Chili-Sauce oder auch mit Cayenne. Das ganze Gemüse nehme ich wieder raus, so dass ich einen schön klaren Fond habe. Und noch ein bisschen Zucker dazu – bei mir kommt nämlich immer Zucker dazu. Dann muss nur noch der Fisch rein, was anderes braucht’s nicht mehr. Den Fisch vorher natürlich sauber filettieren, in Streifen schneiden und dann ab in den Topf damit. Hier draußen habe ich ja eine ordentliche Auswahl. Zander, Wildbarsch, Aal, Waller, eben alles was sich hier so im Wasser tummelt. In den Topf kommt, was ich gerade da habe. Den Fisch lasse ich dann nur noch im fertigen Fond gar ziehen, ungefähr zehn Minuten, länger braucht das nicht.

Am Schluss kommen noch feingeschnittene Julienne von frischem Suppengrün dazu, Möhren, Lauch, Staudensellerie, dass das nachher noch schön knackig ist, nicht so ausgekochtes, matschiges Zeug. Schön Petersilie drüber – das sieht hübsch aus. Das isses dann auch. Und alle finden es gut.

Carmen Krüger ist Chefin von Carmens Restaurant in Eichwalde bei Berlin

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