Zeitung Heute : März 1982

Vor 25 Jahren berichteten wir über neue Pläne für die City West

-

Als Schaufenster einer Metropole werde die „City der Zukunft“ sicherlich weniger „hübsch und gemütlich“ als vielmehr „vital“ sein müssen. Dies verkündete Stadtentwicklungssenator Hassemer am Dienstagabend auf einer Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft City e. V. Man müsse den Mut aufbringen, am Kurfürstendamm in Zukunft auch wieder als „Gestalter“ aufzutreten. Hassemer zog in seiner Rede ein Resümee über die bisherige Arbeit der City-Kommission, in der seit September 1981 Senatsverwaltungen, die Bezirke Charlottenburg, Wilmersdorf und Schöneberg sowie Industrie und Einzelhandel Konzepte für die Um- und Neugestaltung vor allem des Kurfürstendamms erarbeiten.

Die Aufgabe, eine attraktive Stadtmitte zu gestalten, müsse insbesondere in den Bereichen Einzelhandel, Schank- und Speisewirtschaften, Unterhaltungs- und Kultureinrichtungen sowie im Bereich Wohnen in Angriff genommen werden. Als Instrumentarium stehe dafür ein in den nächsten zwei Jahren zu erarbeitender Textbebauungsplan zur Verfügung, der das „Aussortieren“ ungewollter Nutzungen ermögliche. „Peep und Porno“ sollten ebenso wie weitere Schnellrestaurants, Imbißbuden und Spielhallen unmittelbar verdrängt, gehobene Fachgeschäfte dagegen „stablisiert“ und Einrichtungen aus dem Kultur- und Showbereich verstärkt gefördert werden.

Auch der Wohnanteil im Kurfürstendammbereich solle erhöht werden. Man prüfe deshalb, ob der Textbebauungsplan eine Wohnungsbaupflicht enthalten solle. Die City-Kommission wird in der nächsten Woche ihren Bericht zur „Nutzungsstruktur“, der Hassemers Rede zugrunde lag, veröffentlichen.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar