Zeitung Heute : Mahnmal gegen Kindesmissbrauch

Der Tagesspiegel

Eine private Initiative will in Berlin ein „Mahnmal gegen Kindesmissbrauch“ errichten. „Wir wollen damit die Menschen heftigst zum Nachdenken und zu stärkerem Engagement für das Kindeswohl bewegen“, sagte der Vorsitzende der „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen“, Johannes Heibel, am Dienstag.

Das Mahnmal soll im September dieses Jahres bis zum Juni 2003 im Freizeit- und Erholungszentrum in der Wuhlheide in Berlin- Köpenick errichtet werden. „Wir suchen allerdings einen zentraler gelegenen und längerfristig nutzbaren Platz“, sagte Heibel. Auf der Internetseite der Initiative wurde es per Computeranimation vor dem Bundeskanzleramt aufgestellt.

Das Mahnmal stellt einen drei Meter hohen, breiten und tiefen Käfig ohne Zugang dar. Im Inneren steht ein Eisenbett, auf dem eine Zeitung mit dem von Bundeskanzler Gerhard Schröder im Juli 2001 geäußerten Satz „Kinderschänder wegschließen - für immer!« liegt. Die Initiative habe sich zwar von dieser Aussage inspirieren lassen, wolle aber damit keine direkte Forderung vertreten, stellte Heibel klar.

„Der Käfig soll das Problem auf die Spitze bringen und zur Diskussion anregen“, sagte Heibel. Derartige Sprüche würden geäußert, ohne dass es direkte Konsequenzen hätte. „Der bisherige Umgang mit den Tätern ist nicht ausreichend. Im Punkto Sicherheit tut sich nichts und wir treten seit Jahrzehnten auf der Stelle“, kritisierte er. dpa

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