Zeitung Heute : „Mai-Krawalle eine Art Hass-Parade“ Tagung zu Gewaltausbrüchen

Der Tagesspiegel

Wie lassen sich die Gewaltausbrüche bei den 1.-Mai-Kundgebungen in Kreuzberg verhindern? Darum ging es gestern bei einer Tagung von angehenden Führungskräften der Polizei, zu der auch Parteienvertreter geladen waren. Aus Sicht des grünen Ex-Justizsenators Wolfgang Wieland sind die Krawalle zu einem Ritual geworden, zu „einer Art Love Parade mit negativen Vorzeichen – eine Hass-Parade.“ Zur Entschärfung könnten mehr Polizisten ausländischer Herkunft beitragen. Gespräche mit ausländischen Konfliktgruppen seien dann einfacher.

Nach Einschätzung der innenpolitischen PDS-Sprecherin Marion Seelig führen gesellschaftliche Probleme zu den Ausschreitungen, die sich auf dem Rücken der Polizei nicht lösen lassen. Gleichwohl habe sie Deeskalations-Konzepte entworfen, die von anderen gesellschaftlichen Gruppen übernommen werden müssten. Ähnlich argumentierte der FDP-Abgeordnete Alexander Ritzmann. Die Vermittlung von Werten, die Jugendlichen häufig fehlten, seien Aufgabe der Eltern und Schulen.

Roland Gewalt (CDU) sagte, er halte das Konzept des Politologen Peter Grottian für „den falschen Ansatz“. Dieser will durch eine möglichst polizeifreie Großveranstaltung dieses Jahr die Krawalle verhindern. Die CDU befürwortet stattdessen ein Veranstaltungsverbot an „neuralgischen Punkten“.weso

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar