Zeitung Heute : Maklertaxe für Berlin

Jetzt wird es eng für die Courtage.

Ihr Image ist schlecht und sie haben mit Vorurteilen zu kämpfen: Die Mehrheit der deutschen Immobilienmakler steht in der öffentlichen Meinung nicht gut da. Nur zwei Prozent erleben ihre Tätigkeit völlig vorurteilsfrei. Das ergab eine Umfrage des Portals Immobilienscout24. Die Hauptgründe hierfür sehen die Vermittler in den mangelnden Zugangsbeschränkungen zu ihrem Beruf und der geringen Sichtbarkeit ihrer Leistungen.

Nun könnte es noch dicker kommen: Berlins Senator für Justiz und Verbraucherschutz Thomas Heilmann (CDU) will die Maklerkosten in der Bundeshauptstadt senken und hat die Einführung einer Maklertaxe vorgeschlagen. Die Provisionen gelten mit 7,14 Prozent in Berlin und Brandenburg als besonders hoch. Sogar wenn der Verkäufer den Makler beauftragt, muss hier allein der Käufer die Provision zahlen – anders als etwa in Bayern, Baden- Württemberg oder Rheinland- Pfalz, wo die Kosten aufgeteilt werden (siehe Tabelle).

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist lediglich festgehalten, dass einem Immobilienmakler für den Nachweis und die Vermittlung eines Objekts eine Provision zusteht, deren Höhe ist gesetzlich weder auf Bundes- noch Landesebene festgelegt.

Heilmanns Plänen zufolge soll die neue Taxe nach sachlichen Kriterien und unter Beteiligung von Industrie- und Handelskammer, Berufsverbänden, Unternehmen und Verbraucherschützern festgesetzt werden. Ausgehend von einer Grundtaxe sollen Spielräume für Zu- und Abschläge bestehen. Auch bei den Koalitionsverhandlungen ist die Maklerprovision ein Thema. Union und SPD verständigten sich bereits darauf, dass es nicht mehr möglich sein soll, Maklergebühren einfach auf Mieter abzuwälzen. „Es gilt ab demnächst der Grundsatz: Wer einen Makler bestellt, muss ihn auch bezahlen“, sagte der SPD-Verhandlungsführer in der zuständigen Arbeitsgruppe, Florian Pronold. bün/dpa

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