Zeitung Heute : Malerei und Musik

Der Tagesspiegel

Die Zahl der Prominenten aus Diplomatie, Politik, Wirtschaft und Kultur, die Sergej Krylow und Anna S. Krylowa in ihrer Russischen Botschaft Unter den Linden begrüßten, war groß, in der ersten Reihe saß auch der amerikanische Botschafter Daniel Coats. Aber ein Name überstrahlte an diesem Abend alles: Marc Chagall. Der Maler, der 1922 als 34-Jähriger seine Heimat, die damalige Sowjetunion, verlassen hatte, um niemals zurückzukehren, präsentierte sich mit über 60 seiner romantisch verträumten Werke und machte den Kuppelsaal für einen Abend zur Chagall-Galerie. Möglich wurde diese ungewöhnliche Ausstellung vor 500 Gästen durch das seit 30 Jahren bestehende Familienunternehmen Christoph Walentowski aus Werl. Es betreibt sechs Galerien, in Berlin die Galerie im Hotel Adlon. Von dort kamen – nachdem das vorzügliche Rachmaninov-Trio sein Konzert mit Haydn und Schostakowitsch beendet hatte – dunkel gewandete Damen und Herren, um die Bilder zu erläutern und Kaufbestellungen entgegen zunehmen. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse kniete vor Chagall, als er David und Bathseba, die auf dem Fußboden standen, näher betrachten und den Preis der Farblithographie entziffern wollte. Über 600000 Euro kostete das teuerste Original, „Der liegende Geiger“, aber man konnte schon für 3000 Euro „seinen“ Chagall bestellen.

Lo.

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