Zeitung Heute : Mallorca: Die Panscher kommen

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Vorsicht vor Alkoholpanschern auf Mallorca. Die Inselbehörden haben bei Stichproben in Bars, Diskotheken und Restaurants festgestellt, dass den Urlaubern nicht selten billiger Fusel eingeschenkt wird statt des versprochenen Markensprits. In mehr als jedem zehnten untersuchten Lokal auf der spanischen Baleareninsel stimmte bei den Kontrollen der alkoholische Inhalt des Glases nicht mit dem auf der Getränkekarte oder dem Flaschenetikett angepriesenem Produkt überein.

Meist bestand der Betrug darin, dass statt des edlen Whiskeys, Gins oder Rums großer Markennamen schlechtere und im Einkauf günstigere No-Name-Produkte serviert wurden. Beliebt ist anscheinend auch der Trick, billigen Alkohol in die Flaschen teurer Marken umzufüllen. Der Getränkebetrug ist eine Unsitte, die sich nach Beobachtung der Lebensmittelprüfer auf der Insel ausbreitet. Auch deswegen, weil die Kontrollen spärlich, der Nachweis des Betrugs oft genug schwierig und die Profite dieser Panscherei in der Regel attraktiv hoch sind.

Die Aufsichtsbehörden sind weitgehend machtlos: "Es gibt einfach zu viele Bars und zu wenig Inspektoren." Trotzdem will man versuchen, die Überwachung der Schankbetriebe auszudehnen. In diesem Sommer sollen auch die Erfrischungsgetränke unter die Lupe genommen werden. Denn auch hier besteht der Verdacht von massiven Betrügereien - etwa wenn Fruchtsäfte und andere alkoholfreien Getränke mit Wasser verdünnt werden oder bereits im Originalzustand schon nicht der Deklaration entsprechen.

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