Zeitung Heute : Managerin aus Leidenschaft

Neue Serie: Die Spielerfrauen in der Geschichte der deutschen Nationalelf. Mal Muse, mal Heimchen am Herd, nicht selten auch beinharte Geschäftsfrau. So wie Bianca Illgner, Bodos Gattin.

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„Bei der WM 1994 haben drei Frauen das Team durcheinander gebracht und damit den Erfolg zunichte gemacht“, erinnert sich Berti Vogts – und meint nicht zuletzt Bianca Illgner, Bodos Liebste. Sie war eine jener Erinnyen mit Betonfrisur und offensiver Schminktaktik, die im Zweitberuf die knallharte Managerin gaben. „Er hält die Bälle, sie hält die Hand auf“, erkannte der „Spiegel“. In einer Nacht- und Nebelaktion transferierte sie ihn vom 1. FC Köln zu Real Madrid. Dort waren die Bosse derart genervt von ihr, dass sie Bodos Gehalt verdoppelten, um endlich Ruhe zu haben. Biancas ausgeprägter Geschäftssinn ging zudem eine unheilige Allianz mit ihrer grenzenlosen Liebe zu Bodo ein. Wenn man ihm blöd kommen wollte, zog sie radikal die Konsequenzen. Dadurch hat sie wohl verhindert, dass man sich heute etwas weniger ungern an ihn erinnert. Seitdem sie nach der WM ’94 seinen Rücktritt aus der Nationalelf bewirkt hat, kräht kein Hahn mehr nach ihm. Hauptsache, die Illgners selbst erinnern sich gern. In ihrem Tatsachenroman „Alles“, mit dem sie sich als „deutsche Beckhams“ zu profilieren versuchten, können wir sogar nachlesen, was einst in einer Madrider Nasszelle geschah: „Mein Penis schwoll in froher Erwartung an“, so Bodo. „Ihre Hände tasteten zu dem Handtuch, das ich mir um die Hüften gelegt hatte.“ Das muss Liebe sein.

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