Zeitung Heute : Manche lernen es nie

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Etwa fünf bis zehn Prozent aller deutschen Schüler schwänzen den Unterricht. Wie kommt es dazu?

Fünf bis zehn Prozent der Jugendlichen in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2004 die Schule geschwänzt. Das ergab eine Untersuchung der Konferenz der Schulaufsicht in Deutschland (KSD). Das sei ein leichter Anstieg, sagte der nordrheinwestfälische KSD-Vorsitzende Lutz Weith, der die Studie durchgeführt hat. Nicht mehr nur Hauptschüler blieben dem Unterricht fern, sondern auch zunehmend Realschüler und Jugendliche, die auf Gesamtschulen gehen. Zu den fünf bis zehn Prozent gehören Kinder, die eine Stunde unentschuldigt fehlten, bis hin zu denen, die sich über Monate nicht im Unterricht blicken lassen.

Häufigste Ursache für das Schwänzen ist laut Weith soziale Verwahrlosung. Immer mehr Eltern kümmerten sich nicht um ihre Kinder oder lebten ihnen vor, dass man auch ohne Arbeit gut auskommt. Auch ein zu großer Leistungsdruck infolge der falschen Schulwahl führe dazu, dass Kinder aus dem Schulsystem fliehen wollten. Probleme mit der Identitätsfindung während der Pubertät seien daran schuld, dass besonders viele Acht- und Neuntklässler die Schule boykottieren. Schulamtsleiter wissen außerdem, dass immer häufiger Haupt- und Realschüler in der Schule „parken“, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Damit sie offiziell weiter als Schüler gelten, wiederholen sie absichtlich eine Klasse, obwohl sie die Versetzung geschafft hätten. Sie seien aber nicht motiviert, am Unterricht teilzunehmen, und bleiben weg. clk

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