Zeitung Heute : Manfred Krug: Erinnerungen an Kommissar Stövers Karrierestart

Joachim Huber

"wenn ich singe". ARD. Stellen Sie sich vor, lieber Zuschauer, jemand hätte Ihnen späte 90 Fernsehminuten über einen Schauspieler empfohlen, der auch Sänger ist. Sie hätten abgewunken? Sie haben abgewunken? Pech, wirklich Pech, denn Sie haben 90 Minuten verpasst, die ganz locker über den Schirm geswingt sind. Der Schauspieler, der auch ein Sänger ist, heißt nämlich Manfred Krug. Schauspieler? Sänger? Erzähler ist der Mann, ein grandioser dazu, ein ironie-geneigter Interpret seiner eigenen Biografie.

Autor Uwe Belz kennt die Besonderheiten dieser Figur, er weiß um Krugs unbezwingbaren Qualitätsanspruch, er zeigt kurz seine scharfen Kanten; und er lässt Weggefährten berichten von der unterschwelligen Übellaunigkeit dieses Stars - mal deutlicher mal weniger deutlich als Misanthropie verkleidet. Belz hat den ganzen Sänger Krug im Angebot: strahlend naive Schlager, zärtlichsten Bossa Nova, Schmetterlieder, introvertierten Jazz. An wenigen Momenten lässt der Film die Frage in den Vordergrund kommen, nach welcher Ordnung er eigentlich vorgeht, ob nicht manch ungewollte (und unnötige) Wiederholung drinsteckt. Was aber viel eindringlicher ist: dass der Krug den Tönen eine Stimme gibt, ihr Elixier und ihre Magie in werbende Worte fasst. Selbst für Musik-Muffel kann es nur heißen: Sing, Manne, sing!

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