Zeitung Heute : Manzke-Mord als Initiationsritual

Der Tagesspiegel

Potsdam. Prügelten der jüngste und der älteste Angeklagte den Obdachlosen Dieter Manzke, um als richtige Männer zu gelten? Der tödliche Angriff in Dahlewitz sei für Uwe R. (17) und Dirk B. (22) offenbar ein „Initiationsritual“ gewesen, sagte gestern der psychiatrische Gutachter Alexander Boehle im Prozess am Potsdamer Landgericht. Bei den Gesprächen mit dem Facharzt erzählte Uwe R., er sei neugierig gewesen, „wie das ist, wenn man jemanden schlägt“. Der jüngste Angeklagte ist allerdings der einzige, der sich „nur“ wegen Totschlags verantworten muss. Er war nicht an der Planung des Überfalls beteiligt, der dann am Abend des 8. August 2001 stattfand. Den anderen vier Angeklagten wird Mord vorgeworfen. Das Verhalten des 17-Jährigen stellt einen Gegensatz zu dem üblichen Auftreten dar. Boehle beschrieb den Angeklagten als „brav, gefügig, überangepasst“. Er habe die Älteren in der Gruppe „idealisiert“. Auch für Dirk B. sei der Angriff auf Manzke ein Initiationsritual gewesen. Dabei schlug Dirk B. aber erheblich stärker auf den Obdachlosen ein. Boehle hatte auch hierfür eine Erklärung: Dirk B. rivalisierte mit dem mutmaßlichen Anstifter der Tat, Dirk R. (21), um die Führung der Clique.

Den Gutachten zu Dirk B. und Uwe R. war zu entnehmen, dass sie schuldfähig sind. Am Mittwoch äußert sich Boehle zu Dirk R. fan

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