Zeitung Heute : Marco in Haft – weil Berlin sich einmischt?

Antalya/Berlin - Nach drei Monaten Untersuchungshaft in der Türkei bleibt der deutsche Schüler Marco W. weiter hinter Gittern. Der Prozess gegen den 17-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Britin wurde am Freitag in Antalya auf den 8. August vertagt. Einem Antrag auf vorläufige Haftverschonung entsprachen die Richter erneut nicht. Türkischstämmige Bundestagsabgeordnete geben deutschen Politikern eine Mitschuld an der Situation. Ekin Deligöz (Grüne) glaubt, dass Marco heute frei wäre, wenn der Fall von deutscher Seite „nicht so hochgepuscht“ worden wäre. „Die türkische Justiz wollte nun ihre Unabhängigkeit beweisen.“ Lale Akgün (SPD) sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Marco W. noch im Gefängnis säße, wenn es nicht die versuchte Einflussnahme aus Deutschland gegeben hätte. Aber die Kollegen von der CDU wollten die Gelegenheit ja nicht verstreichen lassen, die Türkei anzugreifen.“ Tsp

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