Zeitung Heute : Maria und Johannes

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Was wird heute wichtig?

Papstbesuch in Lourdes: So wenig Vorbereitungszeit hatten die katholischen Geistlichen Frankreichs noch nie. Die endgültige Zusage, dass Papst Johannes Paul II. heute, am 14. August, den berühmten Wallfahrtsort Lourdes nahe der spanischen Grenze besucht, kam erst Ende Juli. Seitdem wird organisiert. Etwa 400000 Pilger und Gläubige werden in der Klein stadt der Heiligen Jungfrau Maria erwartet, für mehr als 1000 Journalisten wurde in aller Eile ein provisorisches Pressezentrum eingerichtet und fast 3000 Polizisten sorgen für die Sicherheit des Papstes. Französische Kampfjets patrouillieren im Luftraum über der Region, Boden-Luft-Raketen sind installiert – schließlich gilt das Kirchenoberhaupt weltweit als eine der meistgefährdeten Personen. Sicher ist bisher vor allem eins: Das Papamobil, mit dem der gesundheitlich angeschlagene Papst durch den Ort fahren wird, ist angekommen. Danach wurde Lourdes völlig abgeriegelt. Johannes Paul II. wird es den „einfachen Pilgern“ so weit wie möglich gleichtun: Er wird an der Grotte, wo vor 150 Jahren eine Müllerstochter den Berichten nach Marienerscheinungen hatte, einen Rosenkranz beten. Er wird bei der abendlichen Lichterprozession dabei sein, und er wird aus der Lourdes-Quelle trinken wie Millionen andere, die krank und gebrechlich sind. Das Kirchenoberhaupt übernachtet in einem Behindertenhospiz. Solche Gesten waren schon immer „Markenzeichen“ des 264. Papstes. 1,5 Millionen Euro kostet der Besuch nach Angaben des zuständigen Bischofs Jacques Perrier, für das die Pilger selbst mit einem Obolus aufkommen sollen. „Wir schlagen den Pilgern vor, jeweils 10 Euro zu spenden“. Man wolle aber niemanden zwingen. Eingelassen wird angeblich jeder in Lourdes. sah/dpa

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