Zeitung Heute : Matratzen: gute Zonen, schlechte Zonen Wie die richtige Unterlage aufgebaut sein sollte

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Für den Kauf des richtigen Bettes ist wichtig, in welcher Schlafstellung man schläft: auf dem Bauch, auf der Seite oder auf dem Rücken. Alle weiteren Eigenheiten (Embryonalstellung und so weiter) regulieren sich, wenn eine geeignete Unterlage gefunden wurde, die sich dem Schläfer im Idealfall so gut anpasst, dass die Muskulatur automatisch die angenehmen Zonierungen der Matratze sucht, um sich entspannen zu können. Gut ist in solchen Fällen allerdings auch gleich teuer: Günther Budde, ein Vorstand des „Warenrings“, eines Einkaufs und Marketingverbunds sagt: „Für eine ordentliche Matratze und einen normalen Lattenrost muss man jeweils mindestens 500 Euro rechnen. Nach oben sind allerdings kaum Grenzen gesetzt.“

Die moderne Matratze ist je nach Firma in drei bis sieben unterschiedliche Zonen eingeteilt. Auf der nebenstehenden Grafik sind es die vier Zonen „Kopf/Nacken“ (KNZ), „Schulter“ (SZ), „Lenden“ (LZ) und „Beckenbereich“ (BZ). Es gibt aber auch Spezialmatratzen, in die zusätzlich verstellbare Oberschenkel-, Knie- und Fußbereiche integriert werden.

„Entscheidend ist aber nicht die Zahl der Zonen“, sagt Florian Heidinger vom Ergonomieforschungs-Institut EIM in München, „sondern, dass die Zonierung gut gemacht ist.“ Das bedeutet, dass sie entweder weicher oder fester ist, je nachdem ob sie ein Einsinken oder Stützen der Körperpartien bewirken soll. Die Forscher empfehlen pro Zone Härtegrade (in Prozent), wie sie in der nebenstehenden Grafik gezeigt werden. Die Matratze sollte also sehr fest im Lendenbereich sein, unter Kopf und Becken aber etwas weicher und in der Schulterzone nochmals softer. Bei einer Taschenfederkernmatratze erreicht man unterschiedliche Härten durch verschieden harte Federn, bei Schaumstoff-Matratzen durch herausnehmbares Material.

„Ebenso wichtig“, sagt Florian Heidinger, „ist aber auch die sinnvolle Geometrie der Matratze.“ Die Einteilung der Zonen (in Millimetern) sollte sich am mittelgroßen Menschen orientieren. Weitere Feinjustierungen funktionieren dann über individuell einstellbare Lattenroste.

Für Seiten- oder Rückenschläfer gelten also folgende Regeln: Unter Schultern und Becken sollte die Matratze weicher sein. Der Rückenschläfer sollte besonders im Lendenbereich gestützt werden, der Seitenschläfer in der Taille. Außerdem sollten alle – nicht nur Rückenschmerzpatienten – beachten, dass es keinen Knick im Halswirbelbereich gibt. Das heißt: nicht nur auf Matratze und Lattenrost Probe liegen, sondern auch auf dem Nackenkissen. Am besten, man probiert alles gemeinsam aus.

Für Bauchschläfer gibt es allerdings schlechte Nachrichten. Für diese Lage gibt es keine geeignete Matratze. Denn dies ist die ungesundeste Art und Weise zu schlafen. Um atmen zu können, verdreht der Bauchschläfer seine Halswirbelsäule. Mit den Jahren bekommt er Probleme mit Hals- und Lendenwirbeln. Außerdem liegen Bauchschläfer oft zu hart und haben meist kein oder ein sehr flaches Kissen. Tipp des Experten Heidinger, selbst ein ehemaliger Leid geprüfter Bauchschläfer: die Schlafhaltung durch ein weicheres Liegesystem nach und nach ersetzen. Matratze weicher wählen und auf ausgeprägte Schulterzone achten. Das Kissen sollte etwas höher sein. „Je besser das Liegesystem die Kontur vorgibt, desto eher wird der Körper die Lage annehmen.“ Das kann aber Monate dauern.

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