Zeitung Heute : Matthies meint: Teufel noch mal!

Das Berufesterben ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Köhler, Buchdrucker und Bergleute sind praktisch abgeschafft, um die Bauern steht es schlecht, und selbst die Online-Leute sind schon ganz blass um die Nase. Was soll der Junge denn nun werden? Gut, dass es noch blühende Branchen gibt, in denen ausgebildete Fachleute gesucht werden, Branchen zudem, die als zukunftssicher gelten können. In Chicago, so erfahren wir jetzt, tun rund 600 freiberufliche Teufelsaustreiber ihren gefährlichen Dienst, so viele, dass die örtliche Erzdiözese selbst einen eigenen ernennen musste, um nicht völlig aus dem Ghostbuster-Geschäft gedrängt zu werden. In Italien gibt es schon 300 Priester mit Exorzisten-Ausbildung - und in Deutschland? Außer dem bekannten Fall der Regensburger Professorin, die beim Teufelsaustreiben auch gleich erotisch betreut wurde, rührt sich nichts, doch das muss ja nicht so bleiben. Denn der Teufel steckt, wie wir wissen, in jedem Detail, und riesige Berufschancen liegen brach. Die Kirche schafft das nicht allein; zukunftsträchtig ist allein die konsequente Privatisierung mit Examen, Gebührenordnung und Betriebsrat. Experten sind rar, aber es gibt sie. Beispielsweise Laurenz Meyer: Der opponiert schon sehr eindrucksvoll auf Teufel komm raus.

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