Zeitung Heute : Mehdorn erklärt sein Bedauern

Berlin - Nach dem Ultimatum der Gewerkschaften hat sich Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Freitag für den umstrittenen Umgang mit Daten der Beschäftigten entschuldigt. Bei einer Konzernbetriebsratssitzung in Frankfurt am Main erklärte er, der Vorstand bedauere, dass es bei Überprüfungsaktionen zu Verstößen gekommen sei. „Er entschuldigt sich dafür bei seinen Mitarbeitern“, sagte Mehdorn. In diesem Jahr werde es keinen Datenabgleich geben. Der Vorstand werde Verstöße gegen das Datenrecht nicht dulden. Zuvor hatte Mehdorn zwar sein Bedauern ausgedrückt, sich aber nicht förmlich entschuldigt.

Nach Angaben von Teilnehmern eines Treffens mit Betriebsräten forderte Mehdorn sie auf, die Erklärung mit zu unterschreiben. Die weigerten sich jedoch. Der Betriebsrat akzeptierte aber die Entschuldigung. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA sprachen von einem ersten Schritt. Über den Termin für die geplante Sondersitzung des Bahn-Aufsichtsrats zur Klärung des Skandals entbrannte ein offener Streit. Während der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Müller das Gremium erst übernächste Woche tagen lassen will, halten die Gewerkschaften und die Bundesregierung diesen Termin für zu spät. Am Mittwoch kommender Woche berät der Verkehrsausschuss des Bundestags über die Affäre.

Der Aufsichtsrat soll auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG damit beauftragen, die Vorwürfe des illegalen Datenabgleichs aufzuklären. Nach Tagesspiegel-Informationen haben KPMG- Prüfer bereits mit der Arbeit begonnen. Unterdessen hat in der Datenaffäre am Freitag erstmals ein Mitarbeiter Strafanzeige erstattet. Dabei handelt es sich um ein Mitglied des Betriebsrats, das von einer Bonner Kanzlei vertreten wird. Tsp

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