Zeitung Heute : Mehr als heiße Luft: gute Wäschetrockner

Welche Modelle am wenigsten Strom verbrauchen.

Sascha Rettig[dpa]

Gerade im Winter ist Wäsche an der Leine unpraktisch: Im kalten Keller trocknet sie nicht richtig, und im Wohnraum bleibt die Nässe in der Luft hängen, so dass sich Schimmel bilden kann. Ein Wäschetrockner ist da eine große Hilfe. Die Geräte gelten zwar als Stromfresser, doch die meisten aktuellen Modelle verbrauchen deutlich weniger Energie als ihre Vorgänger mit alter Ablufttechnik.

„Abluftgeräte erzeugen warme Luft, die dann durch die Trommel gepustet wird“, erklärt Claudia Oberascher von der Initiative „Hausgeräte+“ in Berlin. „Bei der Nutzung entsteht ein Strom feuchter, warmer Luft, der wie bei einer Klimaanlage nach außen geleitet werden muss – entweder über einen Schlauch durch ein geöffnetes Fenster oder durch eine andere Öffnung.“ Außerdem gehe erzeugte Wärme verloren.

Heute am weitesten verbreitet sind nach Informationen der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin Wärmepumpen- und Kondenstrockner. „Auch beim Trocknen mit einem Kondenstrockner wird warme Luft herausgepustet“, erläutert Dena-Mitarbeiter Roman Zurhold. „Bei diesen Geräten wird sie aber vorher entfeuchtet.“ Die beste Technologie hätten jedoch Wärmepumpentrockner. Am kalten Teil der Wärmepumpe kondensiert die Feuchtigkeit in der Abluft, am warmen Teil erhitzt sich die zugeführte Raumluft und wird in die Trommel geleitet. Das mache einen Wärmepumpentrockner noch einmal deutlich effizienter als Abluft- und Kondenstrockner. „Sie verbrauchen weniger als die Hälfte, teils sogar nur ein Drittel so viel Strom wie die anderen Geräte“, erklärt Zurhold.

Bei einer durchschnittlichen Trommelgröße verbrauchen Abluft- und Kondenstrockner drei oder mehr Kilowattstunden pro Trockenvorgang. „Bei Wärmepumpenmodellen liegt der Verbrauch selbst bei günstigen Geräten nur zwischen 1,5 und 1,8 Kilowattstunden“, sagt der Dena-Experte. „Auch wenn die Wärmepumpentrockner in der Regel teurer sind, hat man diese Differenz im Anschaffungspreis – je nach Nutzung – nach ein paar Jahren wieder raus.“

Eine weitere energiesparende Technologie steckt in Trocknern, die mit Gas betrieben werden. „Der Trockenvorgang ist günstiger, weil das Gas günstiger ist“, so Claudia Oberascher. „Allerdings sind solche Modelle in Deutschland kaum verbreitet, weil die Verbraucher entweder keine Gasgeräte wollen oder es am fehlenden Anschluss scheitert.“

Grundsätzlich gilt: Bei der Anschaffung eines Trockners ist der Blick auf die EU-Energieeffizienzklasse und den exakten Stromverbrauch wichtig. Weil das Label viele Jahre nicht angepasst wurde, die Technik aber deutlich energieeffizienter geworden ist, kommen mittlerweile viele Modelle in die Klasse A. „Das schaffen selbst Geräte, die verglichen mit aktuellen Gas- oder Wärmepumpenmodellen einen recht hohen Verbrauch haben“, sagt Claudia Bruhn von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Auf der anderen Seite liegen manche Geräte im Verbrauch um 50 bis 60 Prozent unter den Vorgaben für Klasse A.“ Vor kurzem wurde deshalb ein neues Label eingeführt, das die Klasse A in A+ bis A+++ ausdifferenziert. Noch ist der Einsatz allerdings freiwillig – für eine Übergangszeit bis Mai 2013.

Der Verbraucher kann auch selbst einiges tun, um Energie zu sparen: Die Größe des Trockners sollte den Bedürfnissen des Haushalts angepasst sein. „Ein Gerät mit einer Trommel mit neun Kilogramm Fassungsvermögen für einen Zweipersonenhaushalt wäre übertrieben“, sagt Oberascher. Darüber hinaus sollte die Trommel immer gut gefüllt sein. Und vor allem ein Rat ist so simpel wie effektiv: darauf zu achten, dass die Wäsche nicht zu nass ist.Sascha Rettig, dpa

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