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ARD und ZDF wollen am Sendekonzept festhalten

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„Am Regelwerk wird sich für das Fernsehduell bei ARD und ZDF nichts ändern“, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Aus dem Lager der SPD waren Klagen laut geworden, das TV-Format sei zu eng, schnüre den Kandidaten wie den Moderatoren die Luft ab. Brender bestreitet das: „Das Korsett ist nicht zu eng, es gibt noch mehr.“ Das „Wichtigste“ für die Moderatorinnen Sabine Christiansen und Maybrit Illner werde sein, „wache Präsenz zu zeigen, zuzuhören und situationsbedingt zu reagieren“. Das Duell müsse so aus seiner Statik raus und „zu dialogischeren Formen kommen: Stoiber und Schröder müssen miteinander ins Gespräch geraten“. Christiansen und Illner solle dies vor allem über „das Relais der Nachfragerunden“ gelingen.

Regisseur Volker Weicker betonte, „beide Seiten hätten sich nach dem Duell ihm gegenüber positiv geäußert, was meine Arbeit angeht“. Die Regeln hätten alle gemeinsam aufgestellt, und alle hätten sich daran gehalten: „Die Sender, die Journalisten, die Kandidaten, die Regie.“ Überrascht zeigte sich Weicker davon, dass Schröder und Stoiber bei ihren Antworten immer nur den jeweiligen Fragesteller fixiert und deswegen für den Zuschauer so häufig links und rechts aus dem Fernsehbild geschaut hätten, statt den Zuschauer direkt ins Auge zu fassen: „Wir hatten beiden die verschiedenen Kameras gezeigt und die unterschiedlichen Blickmöglichkeiten erklärt.“ Warum sie keiner von beiden genutzt hätte, wisse er nicht: „Noch einmal: Das war das erste Fernsehduell in Deutschland.“ Viele Lehren könnten daraus gezogen werden, „und wenn einer demnächst Freestyle-Fernsehen wünscht, dann mache ich auch das“. Kein Verständnis hatte Weicker für die Reaktion, das Duell sei langweilig gewesen: „Muss das wirklich spannender sein? Gilt ein Argument nur, wenn es mit Bohei vorgebracht und übertragen wird?“ Der Regisseur bleibt dabei: „Das Duell bot echtes Fernsehen und keinen abgefilmten Hörfunk.“ Joachim Huber

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